Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 300)
- Language
- German, English, Hebrew
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299 — (Nachtsitzung.) Beginn: 11 Uhr nachts. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Die S i t z u n g ist e r ö i i n e t. Ich schreite sofort zur Abstimmung über die Anträge der Nationalfondskommission. Es ist vorhin erklärt worden, dass die Nationalfondskommission Zifer 2 ihrer Anträge zurückzieht. Es handelt sich also nur noch um die Ziffern 1, 3 und 4. Ich gebe vorher noch das Wort zur Beantwortung einiger Fragen Herrn Kremenezky, Referent KremenezTey; Sehr geehrte Ivoiigressmitglieder! Es sind mir eine ganze Anzahl Wünsche ausgedrückt worden und ich möchte sie der Reihe nach beantworten. Betreffend die Herren Dr. Bernstein und Jackson: Herr Doktor Bernstein hat mir ans der Seele gesprochen. Ich habe schon früher gesagt, dass ich mit den Arbeiten für den Nationalfonds nicht zufrieden bin. Sonst könnten wir ganz anders dastehen. Herr Dr. Kohan-Bernstein hat das umsomehr bedauert, als die meisten sich ans dem Saale entfernten, als der Nation alfonds zur Sprache kam. Bei den einfachsten Dingen meldet sich jeder zum Worte, jeder mnss zwei-, dreimal sprechen, beim Nationalfonds gehen alle weg. Den Nationalfonds kann nicht einer machen. Wenn die Kongressmitglieder selbst keine Sympathie für den Nationalfonds besitzen, was für Eindruck soll das nach aussen machen? (Zustimmung.) Ich wiederhole noch einmal: Im Nationalfonds muss jeder etwas tun. Wenn jeder der Herren Delegierten die Sache vernachlässigt, was darf man dann von den anderen verlangen? Als Referent des Nationalf onds fühle ich mich verpflichtet, zu sagen: Es ist eine Schande, dass wir nach anderthalb Jahren noch nicht mehr, nicht einmal 500 000 Francs im Fonds haben. Wenn jeder seine Pflicht erfüllt hätte, könnten wir drei bis vier Millionen haben, wenn jeder nur einen Kreuzer gegeben hätte. Kritisieren ist ein einfaches Mittel, jeder sollte aber mehr agitieren. Der jüdische Nationalfonds, der Besitz eines Volkes, kann nicht mit einer solchen Bagatelle anfangen. Die Herren sollen schneller sammeln, dann bekommen wir die nötige Summe und wir können Land kaufen. Es gibt etwas Besseres als mit solch kleinen Mitteln anzufangen. Ich werde es später auseinandersetzen. Wir dürfen ohne genügende Reserven über- , haupt nichts anfangen. Denn, ich frage Sie, wenn wir z. B. ein Besitztum arrondieren müssen oder dergleichen, sollen wir dann Konkurs eröffnen?! Ich werde ihnen zum nächsten Kongress von den einzelnen Rayons alles genau angeben und werde dann die Säumigen ordentlich zurechtweisen. Ich habe Ihnen schon früher gesagt, dass ich als Mitglied des A.-C. immer die Pflicht habe, von anderen Seiten Vorwürfe zu hören,