Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 299)
- Language
- German, English, Hebrew
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Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Diese Anträge der Nationalfondskommission liegen ja gedruckt vor und zwar schon seit heute morgen. Es hat sie jeder einzelne in der Hand und ich glaube daher, üass sie allgemein bekannt sind. (Lebh, Zwischenrufe.) Wenn es aber gewünscht wird, so werde ich diese Anträge auch noch ins Russische und Englische übersetzen lassen (Rufe: Jargon!) und in den Jargon. (Lebhafte Zwischenrufe und Lärm.) Ich kann mich doch nicht mit jedem einzelnen aus der Versammlung unterhalten. Ich bitte jene Herren, welche das Wort wünschen, sich bei den Schriftführern zu melden. (Andauernder Lärm.) Es wird gewünscht, dass die Abstimmung nicht sofort stattfinde, sondern vorher eine Pause eintrete, in der die Landsmannschaften die S,ache noch besprechen können. Bevor ich diese Pause eintreten lasse, möchte ich Ihnen noch folgendes mitteilen: Ich habe mich während dieses Lärms mit Herrn Tschlenow und noch einem Mitgliede der Kommission verständigt und wir sind der Meinung, dass der Kongress nur über den ersten, dritten und vierten Absatz des Antrages Beschluss fassen möge, nicht aber über den zweiten, weil zu diesem zweiten Absatz noch Anträge vorliegen, die der Kommission überwiesen sind und weil die Fassung dieses Absatzes noch abhängt von der Form und dem Sitz der Stiftung. . Ich bitte das zur Kenntnis zu nehmen und auch darüber in den Landsmannschaften sich zu einigen, damit wir bei der Abstimmung rasch zu Ende kommen. Del. Idelsohn: Eine kurze Anfrage: Ich habe heute dem Herrn Präsidenten Max Nordau einen Antrag mit zirka 25 Unterschriften übergeben. Es war das gegen 3 Uhr. Ich möchte jetztfdas Schicksal meines Antrages kennen. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Was war das für ein Antrag? Del. Idelsohn: Das war der Antrag, den Kongress noch um einen Tag zu verlängern. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich kann dem Herrn Antragsteller direkt die Antwort geben. Wir haben uns im Präsidium und Bureau bereits darüber verständigt, dass es ganz unmöglich ist, diesem Antrag stattzugeben, denn die meisten Mitglieder des Präsidiums und des Bureaus sind verhindert, länger als bis morgen abends hier in Basel zu verbleiben. Ich höre soeben, dass die Gründe privater Natur sind, die weiter hier nicht erörtert werden können. Ich nehme ans dass Sie verstehen, dass unter solchen Umständen der Kongress nicht länger tagen kann. Wir haben auch die Erfahrung aus früheren Kongressen, dass es durchaus möglich ist, wenn der Kongress sich dazu willig zeigt, die Aufgaben und die Tagesordnung des Kongresses zu erledigen. Ich frage deshalb den Kongress an, ob er den Wunsch hat, eine Nachtsitzung anzuberaumen. Es wird ein bezüglicher Antrag gestellt. Del. de Haas: Ich beantrage eine Pause von zwei Stunden. Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Wer für eine Nachtsitzung ist, den bitte ich die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist angenommen. (Beifall.) Die Sitzung wird um halb 11 Uhr wieder eröffnet. Die Landsmannschaften werden sich in der Zwischenzeit versammeln, um die Vorschläge für die verschiedenen Kommissionen zu beraten. Ich bitte Sie, pünktlich um halb 11 Uhr zu erscheinen, damit der Beginn der Sitzung nicht verzögert wird. Schluss der Sitzung: 8 Uhr 45 Min. abends.