Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 291)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476266--2134-3478272- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
vergessen, sondern sie werden — es soll das kein Vorwurf sein und ich mache da auch keinen Unterschied zwischen Russen und anderen — von den Juden aus den östlichen Ländern so in Anspruch genommen, dass sie dann nicht in der Lage sind, für einzelne Angelegenheiten besondere Abgaben in erwünschter Höhe zu leisten. Zum Schlüsse formuliere ich meinen Antrag dahin, dass wir dafür stimmen, dass der Nationaifonds erst dann seine kolonisatorische Tätigkeit beginnen solle — nicht den Landankauf — wenn 500 000 Pfund Sterling aufgebracht sind. Setzen Sie diese weitere Grenze und Sie werden für den Nationalfonds mehr Kräfte aufbringen. (Beifall.) Vizepräs. Dr. Nprdau: Herr Kotljar hat das Wort. Del. S. Kotljar: Der Markenverkauf wird nicht grösser dadurch, dass man mehrere Werte einführt. Der Nationalfonds würde sich schneller vermehren, wenn man das Geld gleich verwertete; das Publikum liebt es, die Verwendung des Geldes zu sehen. Das „Goldene Buch4' verfehlt zum Teil seinen Zweck, wejl nicht nur grosse Männer eingetragen werden, sondern jeder, der die genügende Summe gibt. Ich schlage vor, in Zukunft ausser besonders verdienten Männern nur Vereine einzutragen. Vizepräs. Dr. Nprdau: Vom Del. Günzburg ist ein Antrag eingebracht worden auf Wahl von vier Generalrednern, je zwei pro und contra. Das verstehe ich nicht. Auch scheint mir der Antrag dem zu widersprechen, was eben angenommen wurde. Del. J. Schmelling: Herr Dr. Bernstein-Kohan hat früher vorgeschlagen, jeder Zionist soll zwei Prozent «einer Jahresausgaben dem Nationalfonds zuwenden. Die armen Herren im Zionismus werden das gerne tun; ob die Reichen, ist sehr fraglich. Dann wurde vorgeschlagen von Herrn Dr. Fink, die Gemeinden heranzuziehen. Aber mit denen! ist schlecht zu rechnen, besonders in Deutschland und Oesterreich, dass sie etwas für den Nationalfonds übrig haben sollen. Herr Jacob M a r e i n hat Nationalfondsbüchsen vorgeschlagen. Das wäre das einzige, wo wir zu unserem Nationaifonds in kürzester Zeit etwas beisteuern könnten. Denn dadurch ist jedem einzelnen jederzeit Gelegenheit gegeben, etwas dem Nationalfonds zuzuführen. Ich möchte aber diesen Vorschlag in anderer Weise einbringen. Ich beantrage, eine freiwillige Nationalfondssteuer einzuführen in der Art, dass jeder Schekelzahler eine Nationalfondsbüchse erhalten soll von seiner Ortsgruppe. Wenn jemand innerhalb eines Jahres 10 Pfund Sterling in seiner Büchse gesammelt hat, soll er die Berechtigung haben, ins „Goldene Buch" eingetragen zu werden. (Beifall.) Del. Rabbiner S. B. Rabinowitsch (Jargon): Wer in Russland gewesen sei, wisse, dass das Aufstellen von Büchsen für den Nationalfonds mehr schaden als nützen werde, da diejenigen, die in den Gemeinden sonst noch Büchsensammlungen machen, dadurch geschädigt und gegen den Nationalfonds erbittert würden. Wenn man dagegen grössere Markenwerte einführe, würden wir schneller und leichter grössere Summen zusammenbekommen. Del. Dr. Freudenberg (Jargon und russisch) wünscht unter anderem^ dass der Ausdruck „Nachbarländer" näher bezeichnet werden soll, und ist für eine Kommission von 11 Personen. Frau Dr. Kritebewsky: Geehrte Versammlung! Ich wende mich zuerst an die Nationalfondskommission und frage sie: Wenn Sie zwei Jahre gearbeitet und keine Legalisierungsformel gefunden haben, was werden Sie uns vorschlagen, damit wir doch zu einer Legalisierung gelangen? Eine Kommission ist nicht genügend, auch nicht wenn sie zwei Jahre gearbeitet hat. Wie viele Jahre werden Sie denn brauchen und wen müssen wir wählen, um doch eine Legalisierungsformel zu finden? Der Kongress soll