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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 289

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 289 (sequence 290)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 289 — Del. Dr. Menczek Geehrter Kongress! Es würde sich der Mühe verarmen, auf die juristischen Ausführungen . . . (Unruhe.) Vizepräs. Dr. Nordatu Ich bitte um Ruhe. Wenn wir dem einzelnen Redner bloss 5 Minuten Redezeit bewilligen, müssen wir diese Bestimmung schon dadurch ernst nehmen, dass wir während dieser 5 Minuten aufmerksam zuhören. Del. Dr. Menczei (fortfahrend): .... auf die juristischen Ausführungen der Herren Dr. Farbstein und Dr. Marmorek einzugehen. Mit Rücksicht darauf aber, als es sich um subtile juristische Fragen handelt, verzichte ich aber darauf, sie vor einem grösseren Plenum zu erörtern. Ich habe aber aus den Ausführungen der russischen Redner den Eindruck gewonnen, dass sie, die sie auf einem so strikte zionistischen — ich möchte sagen — rein-zionistischen Standpunkte stehen, denn doch den N.-F. missverständlich auffassen. Gestern sagte ein russischer Redner, als es sich um die Ostafrikafrage handelte: Wir haschen nicht nach Augenblickserfolgen. Das ist richtig. Warum aber haschen wir in der N.-F.-Frage nachAugenblickserfolgen? Warum wollen wir den N.-F. zu einer Art Humanitätssammlung herabdrücken? Der einzige russische Redner, der einen entgegengesetzten Standpunkt einnahm, war Herr S c h e i n k i n. Seinen Standpunkt akzeptiere ich vollständig. Wenn dies ein N.-F. sein soll, ist nach meiner Ueberzeugung die Summe viel zu klein angesetzt. Ich werde Ihnen das an dem Beispiele der Bank beweisen. Seinerzeit wurde festgesetzt, die Bank könne mit 250 000 Pfund Sterl. ihre Tätigkeit eröffnen. Sie werden sich überzeugen, die eingeflossene Summe ist nicht viel grösser. Die Leute haben nämlich den Gedanken: wir bringen die Summe bis zu der Höhe hinauf, wo die Bank arbeiten kann. Als diese erreicht war, liess die Tätigkeit nach. Genau so wird es hier sein. Wenn wir die Grenze von 200 000 Pfund Sterl. festsetzen, so werden sich die Leute bis zur Erreichung dieser Summe anstrengen und dann wird kein Kreuzer mehr einkommen. Sie müssen daher aus taktischen Gründen eine weitere Grenze setzen. Vergessen Sie nicht: der N.-F. ist die eigentliche Volksselbsthilfe. Die Bank ist ein Geschäftslinternehmen. Aus dem N.-F. soll dem Proletariat aufgeholfen werden und dieses ist bei uns so gross, dass die Summe von 200 000 Pfund Sterl. direkt eine Bagatelle ist. Wir werden mit der kleinen Summe nichts ausrichten. Wir werden höchstens die Kleinkolonisation, nicht aber grosse Kolonisationsziele fördern können. Ich wäre daher dafür, dass man diese Grenze nicht nur nicht herabsetzt, sondern sie noch beträchtlich erhöht. Um aber den Herren Gelegenheit zu geben, ihr — wie soll ich sagen — Nationalgefühl zu betätigen, soll man Kautelen schaffen, dass man in der Lage ist, auch mit drei Vierteln Land zu kaufen, nicht aber weiter zu verpachten. Land zu kaufen hat man nach türkischen Gesetzen das Recht, ohne es durch 3 Jahre bebauen zu müssen oder durch Stellvertreter bebauen lassen zu müssen. Land kaufen heisst, wir legen das Geld des N.-F. in Immobilien statt in Mobilien an; die Eröffnung der Tätigkeit aber würden wir auf den Zeitpunkt verschieben, wo wir 500 000 Pfund Sterl. beisammen haben. Erschrecken Sie nicht über diese Summe, meine Herren! Das ist für einen einzelnen Mann eine ungeheuere Summe, für einen Fonds aber, der von einem ganzen Volke aufgebracht werden soll, ist das gar nichts. Wir können, wenn wir uns anstrengen, diese Summe in 2—3 Jahren beisammen haben. Ich möchte zum Schlüsse als österreichischer Delegierter auf den Vorwurf reflektieren, den uns Herr S c h e i n k i n gemacht hat. Er hat gesagt, die Russen haben mehr für den N.-F. aufgebracht als soundsoviele Länder zusammengenommen. Ich möchte da Herrn S c h e i n k i n darauf aufmerksam machen, dass beispielsweise ich in einer Stadt wohne, wo uns die durchziehenden Auswanderer aus Russland und Rumänien zehnmal soviel kosten, als wir für den N.-F. abführen können. Darauf möchte ich aufmerksam gemacht haben. Die westeuropäischen Juden sind nicht pflicht- 19

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