Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 292)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 291 — sich auch endlich definitiv über den Zweck des Nationalfonds erklären. Wir haben doch schon sehr viel darüber gesprochen und auf dem Papier ist der Zweck des Nationalfonds doch klar. Sollen wir darüber noch einmal eine Debatte anfangen? Dann handelt es sich um den Zeitpunkt des Beginnes. Das ist eine Frage, auf die die Tatsachen schon geantwortet haben. Das A.-C, dem die Beschlüsse der Minsker Konferenz übermittelt wurden, hat eine Richtschnur. Jetzt wird uns wieder vorgeschlagen, eine neue Kommission zu wählen, die uns nach zwei Jahren eine neue Formel vorschlagen soll. Also vier Jahre sind schon verloren gegangen. Es kann sein, dass auch die neue Kommission keine Formel findet. Das kann eine Ewigkeit dauern. Das einzige, was mit dem Nationalfonds möglich ist, ist Erde in Palästina zu kaufen, deshalb sollten wir wenigstens das tun. Jetzt möchte ich am Schlüsse auf das aufmerksam machen, was Herr D i z e n g o f f mitgeteilt hat, dass nämlich in Palästina die Erde nicht anders gekauft werden kann, als auf eine Privatperson. Es bleibt uns daher von den drei Vorschlägen, die uns die Kommission gebracht hat, bloss der dritte und wir müssen denselben deshalb annehmen, weil anders ein Kauf nicht möglich ist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen) Del. Rabbiner geines (Lida) spricht unter lebhaftem Beifall zuerst Jargon, dann hebräisch. Er ist dafür, dass sofort mit dem Ankauf von Boden begonnen werde, nicht erst, bis 200 000 Pfund Sterling beisammen sind. Redner wird nach einiger Zeit von dem Vorsitzenden mit der Bemerkung unterbrochen dass seine Zeit um sei. Vizepräs. Dr. Nprdau: Beantragen Sie, dass der Kongress Ihre Zeit verlängert? (Redner stimmt zu.) Wer für die Aufhebung des Beschlusses der 5 Minuten-Beschränkung ist und dafür, dass der Redner unbeschränkt lang reden soll, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Herr Rabbiner, der Kongress wünscht nicht, dass Sie weitersprechen. (Der Redner verlässt die Tribüne.) Es liegen wjeder drei Anträge vor. Die italienischen Delegierten und die Herren Farbstein und Klee beantragen von neuem Schluss der Debatte, ohne Anhörung weiterer Redner. Wer für diese Anträge ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Schluss der Debatte ist angenommen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Geehrte Versammlung! Im Laufe der Erörterungen ist eine Reihe von Anträgen schriftlich eingebracht worden, die ich der Reihe nach verlesen lassen werde. Ich mache Ihnen aber den Vorschlag, sämtliche Anträge dem wohl ohnehin zu bestellenden Ausschusse für den Nationalfonds zur weiteren Behandlung und Beschlussfassung zuweisen zu wollen. (Liest): Anträge des Dr. Ch. Wortsmann: 1. Sollte der N.-F. als eine Stiftung gegründet werden, so soll der Zweck derselben (Land etc. im Orient) für ewige Zeiten angenommen werden, so dass sogar die Stifter selbst diesen Zweck nicht ändern werden können. 2. Sollte der Nationalfonds eine Genossenschaft werden, so soll der Zweck nur einstimmig geändert werden können. 3. Das „Goldene Buch" soll den Namen „Sefer Hasikoren" bekommen.4' Amendements zu den Anträgen der Nationalfondskommission. (Liest:) „Im Sinne der Nationalisierung des Bodens beantrage ich, in Antrag 2, Zeile 2 und 3 die Wörter „oder zu verkaufen" zu streichen. Dr. Lichtenstei n." 19*