Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 289)
- Language
- German, English, Hebrew
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I — 288 — . Für mich ist Ostafrika und Palästina kein Gegensatz, keine Antithese, sondern eine Synthese. Das eine mwss mit dem andern vereinigt werden. (Beifall.) In dieser Hinsicht würde ich darauf bestehen, dass wir nicht warten sollen, bis wir 200 000 Pfund besitzen werden, sondern sofort zum Ankauf von Land in Palästina schreiten sollen und dass wir es nicht dem A.-C. überlassen sollen, sondern der Kongress als solcher soll es besehliessen. Sie müssen sich über die Tragweite Ihres Beschlusses klar werden. Man kann nicht bloss Land ankaufen. Wer sagt, man soll in der Türkei Land ankaufen, sagt in demselben Atemzug: Kolonisieren. Denn nach der türkischen Gesetzgebung darf unbebautes Land seinem Eigentümer weggenommen werden. Wenn Sie in der Türkei Land kaufen und es eine Anzahl von Jahren nicht bebauen, müssen Sie entweder zu bebauen beginnen oder sie müssen Vorsorge treffen, um das Eigentumsrecht zu bewahren. (Widerspruch.) Ich will damit sagen, dass Sie, wenn Sie sich für Landankauf entscheiden, daran denken müssen, dass Sie auch die Kolonisierung des Landes sofort prononcieren. Vizepräs. Dr. Nordau: Gewisse Einzelheiten werden besser dem Ausschuss vorbehalten. Del. Dr. Pazraapik: Ich stelle den formalen Antrag — und wende mich da insbesondere an die Ostafrikaner — dass sie einstimmig, denn damit beweisen sie die Echtheit des grossen Gedankens ihrer Abstimmung — (Lebh. Zwischenrufe.) Ich bin ja selbst Ostafrikaner! Vizepräs. Dr. Nordau: Ich bezweifle, dass es in diesem Saale ausser Ihnen, Herr Dr. P a s m a n i k , noch einen . zweiten Ostafrikaner gibt. (Heiterkeit.) Es mag in diesem Saale viele Delegierte geben, die den Gedanken haben, in Ostafrika ein Nachtasyl mit einer Erziehungsstätte für das jüdische Volk zu errichten, aber ich glaube nicht, dass ausser Ihnen jemand in diesem Saale von Afrika schon genug weiss, um sich als Ostafrikaner zu bezeichnen. Del. Dr. Pasmanik: Es handelt sich hier nicht um Worte, sondern um den tatsächlichen Sinn. Die Sache ist die: ich wende mich an diejenigen, die gestern mit „Ja" gestimmt haben, und bitte sie, sie mögen einstimmig für den Antrag stimmen, dass man mit dem Gelde des N.-F. sofort in Palästina Land ankaufen soll. Das wird die beste Antwort darauf sein. (Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. Nordau: Es liegen zwei Anträge vor, der eine von Herrn Vogelsohn, der andere von Herrn S c h e r m a n. Ich beginne mit dem weitergehenden Antrage. Herr Vogelsohn beantragt Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass nach unseren Satzungen dieser Antrag nur dann als angenommen betrachtet wird, wenn sich eine Zweidrittel-Majorität für ihn entscheidet. Wer für die Annahme des Antrages auf Schluss der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner ist . . . (Rufe: Wie viele Redner sind?) Ich habe noch 5 eingetragen und die Schriftführer 19, das macht also 24 Redner. Wer demnach für den Antrag Vogelsohn ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist a b g e 1 e h n t. Herr Schermann beantragt die Rednerliste zu «chliessen. Wer dafür ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag ist angenommen. Die Rednerliste ist also geschlossen, dagegen ist den eingeschriebenen Rednern ihr Recht vorbehalten.