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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 287

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 287 (sequence 288)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 287 — läge einer neuen Steuer immer das Gefühl des Unbehagens eintritt, wir. hier das merkwürdige Schauspiel erleben werden, dass eine neue Steuer mit Jubel begrüsst werden wird. Ausserdem ist der Satz von 2 Prozent so gering, dass jeder Verein und jede Gemeinde ihn leicht tragen kann. Wir werden aber auf - diesem Wege dem Nationalfonds Quellen erschlossen haben, die nicht bloss zeitweilig sich ergiebig erweisen, sondern die beständig fliessen. Die kleinsten und ärmsten Gemeinden werden die ersten sein, die grossen werden anfangs zwar zurückstehen, sich für die Dauer aber nicht ablehnend verhalten können, denn sie würden sonst im Urteil der Geschichte nicht bestehen können. Wenn wir diesen Vorschlag annehmen, werden wir dem Nationalfonds so in kürzester Frist auf die Beine helfen, dass er seine Funktionen aufnehmen kann. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dizengoif: Heute haben wir beschlossen, der Nationalfonds soll nur für Palästina bleiben. Wenn das Geld des Nationalfonds für Palästinaland sofort verwendet wird, werden wir sicher sein, dass es keine andere Verwendung findet. Manche meinen," es sei ein Verbrechen, Land zu kaufen, bevor wir die öffentlich rechtliche Sicherung haben. Es ist aber im Gegenteil besser, vor diesem Zeitpunkte schon Land zu erwerben, weil wir es dann nicht plötzlich mit einem Schlage werden kaufen können. Es ist darum die erste Pflicht, schon jetzt Land in Palästina anzukaufen. Mindestens die Hälfte oder drei Viertel des Geldes sollten wir schon jetzt dafür anlegen. Das Bedenken, dass man noch nicht kaufen könne, weil der Nationalfonds noch nicht legalisiert sei, ist nicht stichhältig, weil auch nach der Legalisierung des Nationalfonds in Europa, sein Recht, in Palästina Land anzukaufen, ebenso gering ist. Nach türkischem Rechte ist es ja nur erlaubt, Land auf einen bestimmten Namen anzukaufen. Dann können wir es jetzt schon auf den Namen der Direktoren oder des Aufsichtsrates der Bank kaufen. Dass sie Ausländer sind, ist kein Hindernis. Während wir hier sprechen, wird diese Frage schon von dem Kongresse in Palästina beraten. Wir wollen nicht warten, bis der Aufsichtsrat das beschliesst, sondern der ganze Kongress kann schon jetzt diesen Beschluss fassen. Inzwischen wird der Boden Palästinas schon von anderen angekauft. Daran müssen wir denken. Die jüdischen Arbeiter in Palästina, die Land haben möchten und keines haben, könnten auf diese Weise am besten unterstützt werden. Wir sollen daher so viel Geld als wir jetzt zur freien Verfügung haben, in palästinensischem Lande anlegen. (Lebhafter Beifall u. Händekl.) Del. Dr. Fasmanik: Verehrte Anwesende! Vor allem werde ich mir erlauben, der Nationalfonds-Kommission einen bitteren Vorwurf zu machen über die Art ihrer Arbeit. Wenn Sie wissen wollten, wie sie gearbeitet hat, könnte ich Ihnen manches darüber erzählen, wie schwer es überhaupt war, diese Kommission zusammenzubringen. Nach eineinhalbjähriger Arbeit bringt sie nunmehr einen schnell zusammengestellten Antrag, der im Grunde genommen keine Lösung bietet, so dass die Frage wieder verschoben werden muss. Man müsste einmal dazu kommen, dass, wenn eine Kommission mit einem imperativen Mandat gewählt ist, sie auch ihre Pflicht erfüllt. Wir müssen aufhören mit papierenen Kommissionen, wir müssen Arbeitskommissionen haben. (Lebhafter Beifall.) Was die Frage des Zweckes betrifft, so glaube ich, dass in dieser Richtung bei dem Projekt zu bleiben ist: „In Palästina und in den Nachbarländern". Ich, ein entschiedener Jasager in der Ostafrikafrage, bin ein ebenso entschiedener Verfechter der Idee, dass man das Land, in Palästina sofort anzukaufen beginne. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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