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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 286

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 286 (sequence 287)
Language
German, English, Hebrew
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— 286 — Gründer der Stiftung das Recht, den Zweck so zu bestimmen, dass Jahrhunderte und Jahrtausende vergehen können und kein Mensch denselben ändern kann. Ich bitte Sie daher, zu bestimmen, dass der Nationalfonds auf ewige Zeiten für Palästina und die angrenzenden Gebiete bestimmt sei. Dann können alle möglichen Projekte auftauchen, Ostafrika und Südafrika, der Nationalfonds wird für Palästina bleiben. (Lebhafter Beifall.) Gründen wir aber keine Stiftung, sondern eine Genossenschaft, so Können wir das so machen dass dor Zweü. der Genossenschait nur dann geändert werden kann, wem, sämtliche Mitglieder dafür sind. Der Zweck solle nur einstimmig geändert werden können, denn wir haben gestern gesehen, was eine Majorität ausmachen, wohin eine Majorität führen kann. Ich will damit nicht sagen, dass die Majorität gestern etwas Unzionistisches geschaffen habe, aber ich will nur sagen, dass gestern eine Majorität war für eine so schwere Sache und von Leuten gestimmt wurde, die zum erstenmale im Kongresse waren und da gestimmt haben (Gegenrufe und Rufe: Lächerlich!), während in der Minorität solche waren, die schon fünfmal am Kongresse gewesen sind. (Lebhafter Widerspruch. — Beifall), sodass die von mir vorgeschlagene Massregel nötig scheint. Vizepräs. Dr. Nordau: Sie benützen die Gelegenheit, um — ungehört vom Präsidium — von der Redefreiheit schlechten Gebrauch zu machen. Das ist ungehörig. Sie haben nicht das Recht, die Personen und Delegierten, welche die Mehrheit bilden, persönlich zu kritisieren; das überschreitet weit Ihr Recht eines Redners. (Beifall.) Del. Dr. Wortsmann: Wenn ich jemand beleidigt habe, so bitte ich ' um Entschuldigung. Ich möchte Ihnen noch einen kleinen Vorschlag machen. Wir haben ein „Goldenes Buch" und ich will nicht gegen das „Goldene Buch" als solches stimmen, denn es ist nötig, dass wir überhaupt Geld bekommen. Wir sollten ihm aber einen andern Namen geben. Es klingt das wie „goldenes Kalb" u. dergl. (Schlussrufe.) Ich bitte Sie also, meine Vorschläge der nächsten Jahreskonferenz zur Beschiussfassung zu emplehlen. (Widerspruch. — Beifall.) Del. Dr. Fink: Unser verehrter Präsident hat in seiner Eröffnungsrede gesagt, er sei in Petersburg gewesen nicht bloss als Zionist, sondern als Vertreter des ganzen Judentums. Noch mehr hat die gestrige Abstimmung über die ostafrikanische Frage gezeigt, dass wir tatsächlich im Interesse des gesamten Judentums handeln. Von uns Zionisten gilt das Wort: Weil wir Zionisten sind, deswegen ist uns nichts Jüdisches fremd. (Rufe: Zur Sache!) Nun ist es Zeit, dass wir bezüglich des Nationalfonds an das gesamte Judentum die Gegenrechnung stellen. Man fordert von verschiedenen Seiten, der Nationalfonds solle so schnell als möglich in Funktion treten, übersieht aber die eine Tatsache, dass die Einnahme des Nationalfonds sich bis zur Stunde wenig ergiebig erwiesen hat. Das liegt darin, dass wir in erster Linie das System derindirekten Besteuerung gewählt haben. Dieses System hat ein grosses Loch,b weil wir nicht in der Lage sind, den steuerfähigen Moment so zu fassen/ dass er uns nicht ausweichen kann. Es wird daher unsere Fürsorge sein müssen, dem Nationalfonds neue und ergiebige Quellen zu erschliessen. Zu diesem Zwecke mache ich Ihnen folgenden Vorschlag: Ich glaube, wir sollen einen Aufruf erlassen an sämtliche jüdische Gemeinden und jüdischen Vereine der gesamten Welt, 2 Prozent ihres Jahresbudgets an den Nationalfonds abzuführen. (Beifall.) Es ist nicht zu leugnen, der Nationalfonds ist diejenige Institution, die sich der grössten Popularität innerhalb der gesamten Judenheit erfreut. Ich bin fest überzeugt, dass während sonst bei Auf-

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