Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 285)
- Language
- German, English, Hebrew
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dererseits ist es aber sehr notwendig, dass ^wir unserem Volke praktische Schritte zeigen. (Zustimmung.) Es ist hier vorgeschlagen worden, das Statut des N.-F. jetzt nicht zu beraten. Ich schlage Ihnen vor, die Beratung desselben der Jahreskpnferenz mit der Bedingung zu überlassen, dass die Mitglieder derselben den Entwurf zwei bis drei Monate vor Zusammentritt der Konferenz erhalten sollen und nicht erst auf der Konferenz selbst. Zum Schlüsse noch ein Wort. Es ist mir von einigen meiner Freunde die Frage gestellt worden, ob man ruhi& 'dem Nationalfonds weitere Gelder beitragen könne, ohne fürchten zu müssen, dass dieselben für Ostafrika- Zwecke verwendet werden könnten. Ich halte es für meine Pflicht, obwohl es genug deutlich schon in dem Beschlüsse gesagt worden ist, zu erklären: Meine Brüder, Ihr könnt ruhig bleiben, denn alles Geld, das für den N.-F. gebracht werden wird, wird nur für Palästina verwendet werden. Die Hauptsache ist, dass Ihr bringt. Es wird nur für diesen Zweck verwendet. (Beifall.) Del. Scheinkin (Jargon) meint, dass man Palästina für weit halte und sich damit weniger beschäftige. (Starker Widerspruch und Beifall.) Wenn sodann mein Rayon nicht so viel zum Nationalfonds beigetragen hat, so muss man bedenken,, dass es ein armes Land ist. Bender und Podolien haben jedoch dazu so viel gegeben, wie Rumänien und Oesterreich zusammen trotz deren fruchtbarer Arbeit. Vom Nationalfonds solle man nichts nehmen, bis die zwei Millionen Rubel voll beisammen sind. Der politische Zionismus muss grosse Ideale haben, aber auch grosse finanzielle Kräfte. Vizepräs. Dr. Nordau: Herr Scheinkin, Ihre Zeit ist abgelaufen! Del. Scheinkin (setzt seine Rede fort): Der Fonds der jüdischen Nation darf nicht mit 200 000 Pfund Sterling abgegrenzt werden, sondern er muss Millionen haben, und je mehr er haben wird, desto mehr wird er arbeiten können. Vizepräs. Dr. Nordau: Herr Scheinkin, Ihre Redezeit ist bereits um anderthalb Minuten überschritten. Ich muss den nächsten Redner aufrufen. Del. Scheinkin: Ich habe noch vier Vorschläge zu bringen. Ich werde sie nicht machen, da ich keine Zeit habe. Del. Belkowsky: Geehrte Versammlung! Ich möchte hier bloss zu den Anträgen der N.-F.-Kommission, die uns heute unterbreitet wurden, sprechen. Sie können aus den Anträgen entnehmen, dass die N.-F.-Kommission es nicht als möglich betrachtet hat, sich schon jetzt über die Legalisierung des N.-F. zu äussern. Die Kommission hat sich darauf beschränkt, auf diesem Kongresse bloss den Zweck und den Zeitpunkt des Beginnes der Tätigkeit des N.-F. zu bestimmen. Es ist noch unmöglich, uns über die Form des Nationalfonds zu äussern, denn es ist noch zweifelhaft, ob man eine Genossenschaft oder eine Aktiengesellschaft oder eine Stiftung schaffen soll. Ich möchte diesen Punkt der Nationalfonds-Kommission unterstützen, der dahingeht, dass man die Ausarbeitung eines definitiven Statuts einer auf diesem Kongresse zu wählenden Kommission unterbreiten soll, die die endgiltigen Statuten der nächsten Jahreskonferenz zur Beschlussfassung ^zu unterbreiten hat. Es wurde von dieser Tribüne aus beklagt, dass der Beschluss der Minsker Konferenz ganz unbekannt ist. Von Freund T s c h 1 e - n o w wurde schon hervorgehoben, dass in die Anträge ein Passus aufgenommen wurde, der diese Beschlüsse berücksichtigt. Ich kann ihm aber nicht beipflichten, wenn er behauptet, dass wir mit Rücksicht auf die bestehende Notwendigkeit, so rasch als möglich in Palästina Landankäufe zu machen, nicht auf der Zweidrittohrr-.jorltr.t beharren sollen. Es wurde schon