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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 282

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 282 (sequence 283)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 282 — In Bezug auf die Marken habe ich zu bemerken, dass es etwas gefährlich ist, Marken in verschiedenen Grössen und Werten zu haben. Erstens haben wir eine Garantie gegen Fälschungen nur, wenn die Marken einen kleinen Wert haben. Bei Rubel- und Pfundmarken wäre die Versuchung zu fälschen ziemlich gross. Meiner Ansicht nach liegt auch eine grosse juristische Schwierigkeit darin, dass wir, bevor wir in Palästina ^sind und den Judenstaat haben, uns ein Markensystem erlauben. Das Natürlichste wäre, wenn wir ein Quittungssystem einführen würden, wenn die Rayonsvertreter das Recht hätten, Quittungen herauszugeben. Das Odessaer Comite z. B., das ziemlich grosse Summen bekommt, hat seinen Vertrauensmännern Quittungsbücheln geschickt und so lange dieses Comite besteht, haben wir noch nie Klagen darüber gehört, dass das Geld irgendwie verloren gegangen wäre. Schon wie der Nationalfonds geschaffen worden ist, habe ich darauf aufmerksam gemacht, warum wir die schönen Verzierungen haben wollen und nicht einfache Quittungen geben. Was das Referat des Herrn Dr. Farbstein betrifft,, so werden Sie aus dem Berichte wissen, dass es bereits viele Projekte gi'ot, dass aber die Juristen noch nicht darüber einig waren, welches das beste und geeignetste sei. Es wird das beste sein, wenn Sie den Antrag der Kommission annehmen, nur mit einer kleinen Aenderung. Ich glaube, 11 Mitglieder wären zu viel, es wird genügen, wenn 9 Mitglieder in der Kommission sein werden, die die Frage noch weiter untersuchen soll. Der V. Kongress hat beschlossen, dass, bevor der Nationalfonds nicht die Summe von 2 Mill. Rubel hat, keine Grundstücke gekauft werden sollen. Die Minsker Konferenz hat nun den Gegenantrag gestellt, sofort zum Ankauf von Grund und Boden zu schreiten. Die Nationalfonds-Kommission hat den Mittelweg eingeschlagen. Ich schliesse mich der Ansicht der Kommission an. Wir müssen sehr behutsam sein. Nur auf Grund von Mitteilungen aus Palästina müssen wir uns vielleicht manchmal beeilen, Grund und Boden anzukaufen, und das können wir dem A.-C. überlassen. Sonst wäre das eine sehr gefährliche Sache. Möglich ist es, dass es sogar besser wäre, beim Beschlüsse des V. Kongresses zu bleiben. Jedenfalls bitte ich Sie, mit der Einschränkung, die die Kommission macht, einverstanden zu sein. (Lebhafter Beifall.) Del. P. Rabbinowitz: Als die zwei Hauptposten des Nationalfonds haben wir den Markenverkauf und das Goldene Buch. Gegen das Goldene Buch sind einige Momente ethischer Natur einzuwenden. Denn es ist Sitte geworden, dass man, wenn man einem Reichen etwas Angenehmes bereiten will, kommt und ihn ins Goldene Buch eintragen lässt, ohne dessen Wissen und Wollen, bei verschiedenen Anlässen. So kommt es, dass auch Antizionisten eingeschrieben werden in das Goldene Buch; wenn einmal unsere Bewegung historisch geworden sein wird, werden dann diese Leute eingetragen sein. Das ist unserer Bewegung und unserer heiligen Bestrebungen unwürdig. Es wäre erwünscht, dass das Goldene Buch weniger persönlichen als idealen Charakter hätte. Es gibt viele Gelegenheiten, für den Nationalfonds zu sammeln. So an den jüdischen Fasttagen, wo die Zionisten beten. Das würde einen reichlichen Ersatz für das Goldene Buch bilden. Es wäre. würdiger, Vereine wohltätiger Natur ins Goldene Buch einzutragen, als reiche Leute, um sich denselben verbindlich zu zeigen, und es ist ganz unwürdig, dass es auch vorkommt, dass Antizionisten in das Goldene Buch, welches doch für lange Zeit einen historischen Charakter haben wird, eingeschrieben werden. (Beifall.) Del. Dr. Bruzkus (spricht russisch).

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