Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 282)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 281 — denn in dem letzten Jahre wurden beinahe überall N.-F.-Biichsen aufgestellt (Zustimmung)* und haben dem N.-F. eine erkleckliche Summe zugeführt. Ich stelle daher den Antrag, dass 1. jeder Zionist in seinem Hause und seinem Geschälte eine N.-F.¬ Büchse anbringen soll! 2. dass, wie die russischen Mitglieder des A.-C. in einer Konferenz bestimmt haben, dass der neunte Tag des Monats Ab ein allgemeiner Tag für den N.-F. sein soll, dieser Tag für die ganze jüdische Welt als ein nationaler Tag für die Sammlung für den N.-F. bestimmt werden soll. Noch bemerke ich zur Kontrolle der Sammlungen für den N.-F.: Die ■Gelder, die an die Zeitungen gesendet wurden, konnten bisher nicht kontrolliert werden, weil die Zeitungen die Spenden nicht sofort ausweisen. Daraus entsteht viel Misstrauen, und ich möchte darum bitten, dass in allen Landsmannschaften ein Zentrum gebildet werde, wohin alle Spenden mit einer Spenderliste kommen. Die Liste soll dann an die Zeitungen gesendet werden, so dass das Zentrum immer eine Kontrolle darüber hat. Sonst wird keine Kontrolle ermöglicht, und wenn solche Spenden ausbleiben oder falsch ausgewiesen werden, kann man keine Richtigstellung vornehmen. Im Berichte sind einige Zeitungen ausgeblieben, z. B. „Hasman" und „Der Fraind", die viele Spenden für den Nationalfonds übernommen haben. Ich frage, ob diese Zeitungen kein Geld an die Bank geschickt haben. Es ist beantragt worden, eine Marke in höherem Betrage drucken ■zu lassen. Dagegen möchte ich mich ernstlich aussprechen. Denn wenn eine Marke in Russland eine Kopeke kostet und doch zu Fälschungen verleitet, kann eine Marke in grösserem Betrage nur zu grösseren Fälschungen Anlass bieten. So lange die Marke keine Legalisation bekommen hat, soll keine grössere gedruckt werden. Del. M. Aschkenasi (spricht im Jargon). Rechtsanwalt Rpsenbaum (mit Beifall begrüsst): In Bezug auf das Referat des Herrn Kremenezky habe ich einige Fragen zu stellen. Aus seinen Mitteilungen geht hervor, dass die Markeneinkünfte samt Spenden etwas mehr sind als die Einkünfte des Goldenen Buches. Nun wäre es interessant zu wissen, in welchem Verhältnisse die Einkünfte des Goldenen Buches aus den verschiedenen Gruppen stammen, wie Vereinen, Synagogen usw., wo diese Summen wieder zusammengesetzt sind aus ganz kleinen Summen, und wie weit sie von einzelnen Personen herrühren. In diesem Falle wieder wäre es notwendig zu wissen, inwieweit die Personen sich selbst eingetragen haben und inwieweit sich Gruppen usw. eingetragen haben. Dann wüssten wir, was uns die Gesamtheit gibt und was uns einzelne Personen geben. Es heisst bei den Ausgaben: 5 Prozent Kommission an die Kolonialbank. Ich glaube 5 Prozent dafür, dass die Gelder aufbewahrt werden, ist eine derartige Summe, die sonst bei Banken nicht üblich ist. Dann 5 Prozent Kommission an diverse Zeitungen. Sie werden finden, dass durch die Zeitungen sehr wenig gesammelt wird. Sehr viele Zeitungen bekommen gart keine Kommission. Die Hauptsumme bekommt die „Welt". Es könnte also den Anschein haben, als wenn vom Nationalfonds der „Weif eine Subvention gegeben würde. Wenn wir die Ziffern vergleichen, welche durch die Zeitungen für die Sammlungen ausgewiesen werden, mit den 5 Prozent, so werden wir sehen, dass das beinahe die Hälfte ist. Besonders gewundert hat es mich, dass 5 Prozent an die Landeszentralen gegeben werden. Dass die Mitglieder des A.-C. Provisionen bekommen, hätte ich nicht geglaubt.