Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 280)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 279 — abzusehen, diese Statuten momentan legalisieren zu lassen. Die Kommission ist befriedigt, dass Sie in das Elaborat Einsicht nehmen können, möchte aber infolge des Andringens der russischen Delegierten, dass diese Arbeit zurückgestellt werde, bitten, dass Sie die Beschlussfassung über die endgiltige Legalisierung dem nächsten Kongress überlassen. Die beiden Hauptanträge, , glaube ich, eignen sich vollkommen zur Annahme, und ich möchte Ihnen dieselben empfehlen, falls Sie nicht vorziehen, die viel einfachere Konstruktion, welche Herr B e n t w i c h und ich vorgeschlagen haben, nochmals in Erwägung ziehen. (Beifall.) DeL Dr. Kohan-Bernstein (mit lebhaftem Beifall begrüsst): Vor allem muss ich konstatieren, dass es dem Kongress wirklich nicht zur Ehre gereicht, dass bei einer so wichtigen Frage der Saal zur Hälfte leer ist. Alle Herren haben gewusst, dass es sich um den Nationalfonds handelt Wenn es gilt, Opposition zu machen oder od le owdo zu singen, sind alle zur Stelle. (Zustimmung.) Bei wichtigen Fragen sind wir aber abwesend. (Beifall.) Es ist mir viel angenehmer, bei einer grossen Versammlung vor allem den grössten Dank abzustatten dem Referenten über den Nationalfonds Herrn Kremenetzki, der sich so viele Mühe gegeben hat, und es wäre die beste Wertschätzung der Arbeiten der Kommission, wenn alle anwesend wären und die Sache kritisieren würden. Das grösste Interesse hat sich geäussert, wenn jemand 100 Rubel oder 100 Pfund Sterling gespendet hat. Hier sind wir aber nicht nur dazu da, um etwas zu spenden. Jetzt möchte ich einige Worte über den 1. und 2. Bericht folgen lassen und dazu einen Antrag stellen. Wenn wir die Kurven betrachten, die das Referat über den Nationalfonds gesetzt hat, sehen wir, dass eine Steigung der Sammlungen bemerkbar ist, aber wir erlangen keine Vorstellung darüber, wie schnell die Summen sich anhäufen. Da müssen wir die Aufmerksamkeit auf eine zweite kleine, bescheidene Linie lenken, da sehen wir, dass der Coefxizient sehr klein ist. Wenn wir auf die Ursache eingehen, so liegt sie hauptsächlich in der schwachen Agitation. Es wird nicht quantitativ und nicht qualitativ gearbeitet. Wenn wir die erste vertikale Linie ansehen, so finden wir, dass der Ertrag des Nationalfonds in allen Ländern zusammen auf 86 000 Rubel sich beläuft. Wenn wir berückischtigen, dass es alle Länder sind, wo Zionisten existieren, so müssen wir sagen, dass dies wenig ist. Und wenn in Russland allein 66 000 Rubel erzielt wurden, so ist auch das noch kein Beweis, dass in Russland viel gearbeitet wurde. Auf Pagina 6 zeigt Herr Kremenetzki, dass im Laufe'von 19 Monaten 2 Kopeken auf den Kopf fallen. Ist das keine Schande für das zionistische Volk? Wir sehen ferner, dass das Goldene Buch, welches die Reichen dazu anspornen soll, etwas mehr zu geben, 75 000 Rubel für alle Länder abgeworfen hat. Auch dieses Anziehuhgsmittel nützt also nicht viel, ein weiterer Beweis, dass nicht agitiert wurde. Dies bestätigt sich auch, wenn wir von den Zeitungen reden. 'Ich spreche nicht von der „Wrelt", unserem offiziellen Organ. Eine russische Zeitung, die dem Kongress gegenüber eine kritisierende Stellung einnimmt, hat am meisten Geld gebracht. Aus den angeführten Zahlen sehen wir-, dass die Agitation für den Nationalfonds viel geringer ist, als die grossen Reden, welche genug Wasser für Wadi- El-Arisch und für die pelusinische Ebene geben könnten. (Lebh. Heiterkeit.) Ich glaube, dass wir auf die Zionisten etwas tiefer einwirken sollten. Der Kernpunkt des Nationalfonds wird von ihnen noch nicht genügend verstanden. Ich möchte deshalb einen erzieherischen Antrag stellen. Die Frage wäre in den Vereinen anders zu behandeln als rücksichtlich der Schekelzahler, die nicht in Vereinen sind. Diese letzteren können mit zufälligen Spenden den Nationalfonds vergrössern, aber die bewussten Zionisten, die in den Vereinen sind, müssen den Wert der Sache anders versteneu. Wir