Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 266 (sequence 267)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 266 — Beihilfe zu leisten. (Lebhafter Beifall.) Dementsprechend hat die jüdisehe Kplonialbank ohne jede Biicksieht auf die Höhe des Gewinns Geld stets flüssig und für den gegebenen Moment in Bereitschaft zu halten. Die darf daher nur solche Geschäfte unternehmen, die eine sofortige Abwicklung zulassen; wir machen keinerlei Spekulationsgeschäfte; wir gehen im Geschäftsbetriebe mit der denkbar grössten Vorsicht zu Werke, lassen uns nur auf die sichersten Geschäfte ein, die naturgemäss auch nur geringen Gewinn abwerfen können. Auch ist es selbstverständlich, dass die jüdische Kolonialbank am Samstag und den jüdischen Feiertagen streng geschlossen ist (Beifall.), wodurch ein Fünftel der gewöhnlichen Arbeitszeit, zirka 60 Tage von 300 Arbeitstagen im Jahre verloren gehen und ausserdem noch manche Geschäfte, die dadurch in London überhaupt unmöglich werden. Entsprechend dem Domizil unserer Aktionäre, das beinahe die ganze Welt umfasst, sind auch die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Direktoriums zusammengesetzt. Sie haben ihren Wohnsitz in den grössten Entfernungen von London, wodurch die Geschäftsleitung natürlich erheblich erschwert ist. Alles dieses zusammengenommen und unter Berücksichtigung, dass wir uns erst am Anfang befinden, können wir mit dem ersten Jahre der Tätigkeit der Kolonialbank zufrieden sein. Das, was wirden Aktionären versprochen haben, haben wir gehalten. Das Kapital ist sicher angelegt und ein Gewinn von zirka 6000 Pfund ist in diesem Jahre erzielt worden. (Lebhafter Beifall und Händeklatsehen.) Wir haben bis jetzt keinerlei Verluste erlitten und hoffen, auch ferner vor Verlusten bewahrt zu bleiben, da wir unsere Aufmerksamkeit auf die sichere Anlegung des uns anvertrauten Kapitals verwenden. Wir schreiten zwar langsam, aber desto sicherer vor. Wir zweifeln nicht, dass auch die Rentabilität sich erhöhen wird. Wir sammeln immer mehr Erfahrungen und Kenntnisse; unsere Bekanntschaft mit der Geschäftswelt erweitert sich und wenn die zionistische Bewegung für ihre Zwecke wiederum eine Gesellschaft auf finanzieller Basis wird schaffen müssen, wird sie es besser haben als die Gründer der Kolonialbank. Wir werden uns auf die jüdische Kolonialbank, auf unsere Bank, verlassen können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Diese wichtige Rolle hat übrigens unsere Bank schon jetzt bei Begründung des Nationalfonds gehabt; denn ohne unser Bureau in London wäre die Gründung, das Inslebentreten des JSTationalfonds unmöglich gewesen. (Lebhafter Beifall.) Einen weiteren grossen Portschritt hat die Kolonialbank gemacht, indem sie den Beschluss des vorigen Kongresses, eine Filiale in Palästina zu gründen, ausgeführt hat. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Allerdings haben wir keine Filiale unserer Bank in Palästina errichtet, aber die Anglo Palestine Cy., dort gegründet, mit einem Kapital von 50 000 Pfund, hat ihren Sitz in London; die Geschäftsleitung befindet sich aber schon in Jaffa, Zum Geschäftsführer haben wir Herrn L e w o n t i n bestellt