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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 243

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 243 (sequence 244)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--2087-3478225
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243 — Idealisten über der Wirklichkeit und verstanden es nicht auf dem Wege praktischer Massnahmen, ihren Ideen zur Eealität zu verhelfen; sie haben auch die tiefe Wurzel des Uebels nicht erkannt. Sie begriffen nicht, dass es bei dem Mangel eines nationalen Lebensprinzips so kommen musste und dass es nur in einem eigenen Milieu oder wenigstens im Eingen um ein eigenes Milieu anders werden kann. Aus derartigen Erwägungen ging wohl der im 19. Jahrhundert vollzogene Umschwung in manchen jüdischen Gemeinden des Ostens hervor. Man versuchte es auf dem Wege der Neugestaltung des schon vor drei Generationen aufgehobenen Kanals nach der Art einer konfessionellen Kultusgemeinde den Uebelständen beizukommen, ein nach gewisser Seite verhängnisvolles Unternehmen insofern, da damit der erste Scliritt auf jener Bahn geschieht, die zu der konfessionellen Erstarrimg führte; konnten doch diese Reformatoren des Kanals gerade von den innerlichsten Gedanken des sittlich jüdischen Genius noch weniger Gebrauch machen, als die früheren Eosche-Kahal, obschon sie mehr Ordnung einführten. Wer nur oberflächlich die Berichte der Vereinsphilanthropie, um die es sich hier handelt, durchblättert, erkennt sofort auf den ersten Blick, class diese Berichte ganz äusseriieh und schematisch das jüdische Leben berühren. Unverkennbar lehnen sich die Statuten dieser Vereine an gewisse Statuten anderer Völker und Gemeinschaften an, ohne diese Bestimmungen weiter auszubilden, wenn sie sich auch als ungenügend herausstellen. Das gilt in erster Linie von den Bestimmungen über die Unterstützung der Fremdlinge. Die klassische oder richtiger gesagt, patriarchalische Hachnassath Orcliim, fehlt ganz. Die Gemeinden, der Wohltätigkeitsverein, hat nur für seine Armen zu sorgen. Ein richtiges Prinzip, aber auf jüdische Zustände ganz unanwendbar. Juden müssen eben wandern, die einen mehr, die andern weniger, die einen wanderten massenweise im Jahre 141)2, die andern in den Jahren 1880—90. Welch'ein frecher Blödsinn ist es, wenn der Sohn, der Enkel, der Urenkel eines Einwanderers sich nicht nur als Autochtone geberdet, aber auch als ein so engherzig protektionistischer Landherr, dass er den neuen Zuzug, weil später angekommen, schnöde :zurLickdrängen möchte. (Lebhafter Beifall.) Vom nationalen Standpunkte dürfte gerade die Unterstützung der Verstossenen den ersten Hang jüdischer Wohltätigkeit einnehmen müssen. Manchem wird es scheinen, dass die hier berührte Frage das Verhältnis des Ostens zum Westen anbetrifft. Aber dem ist nicht so. Auch im Osten selbst findet eine fortdauernde Wanderung statt und es sind keine Lustreisen . . . Ja — es verstösst aber gegen die Statuten einer jeden grossen Gemeinde! In diesem Falle sind die Gemeinden und .die Statuten nichts wert. Denn der Geist des jüdischen Volkes wendete sich immer der Fürsorge zu Gunsten der sogenannten Fremden zu. Was nützte dem Juden .seine Gemeinde und seine Glaubensgenossenschaft, wenn er vertrieben 16*

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