Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 214)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 213 — Sie wissen, dass ich nicht Mitglied des A.-C. bin, ich verlange von Ihnen für mich kein Vertrauen -— ich war im Begriffe etwas zu sagen, was ich lieber unterdrücke — ich verlange also kein Vertrauen, dabei bleibe ich : aber Sie schulden Ihrem Führer das Vertrauen, Sie schulden ihm das Mittel, das er in seiner Einsicht von Ihnen verlangt, wenn er Sie darum bittet, es ihm an die Hand zu geben, ohne dass Sie damit irgend einer späteren wirklichen Entscheidung präjudizierlich vorgreifen. Ein zweiter Grund kommt noch in Betracht. Wir schulden diese Höflichkeit ■auch England. Sie würdigen vielleicht nicht alle in diesem Augenblicke die Bedeutung der Tatsache, dass ein Weltreich sich mit dem Beauftragten des in seinem Kongresse organisierten jüdischen Volkes auf Verhandlungen einlässt und ihm einen bestimmten Antrag macht, der beinahe keinerlei Gegenseitigkeit in sich sehliesst, denn man verlangt tatsächlich nichts von uns, man will nur geben. Das ist so .schön, dass es mir aus meinem politischen Instinkt heraus beinahe z u schön scheint. (Heiterkeit.) Einer solchen Höflichkeit gegenüber wollen Sie nicht einmal die kleine Gegenhöflichkeit üben, eine Kommission einzusetzen und durch diese den britischen Antrag prüfen zu lassen? Sie wollen einen Antrag dieser Art abweisen, ohne ihn auch nur einer Prüfung zu würdigen? Mein letzter Vorredner hat gesagt: „Unser guter Herzl wird die Sache schon in die Eeihe bringen." Schön. Beginnen wir also zunächst damit, das Porzellan in Stücke zu zerschlagen. Unser guter Herzl wird schon wieder einen ganzen Topf daraus machen! Ich habe die grösste Achtung vor seinen Fähigkeiten — ich bezweifle indes, dass er das kann. (Lebhafte Heiterkeit.) Ich schliesse. Erwägen Sie, was Sie tun, wenn Sie dem Führer, dem Sie angeblich vertrauen, das Mittel verweigern, ein ihm gewordenes günstiges Anerbieten der englischen Regierung auch nur mit platter Höflichkeit zu beantworten. Erwägen Sie, welche Verantwortung Sie auf sich nehmen, w^enn Sie ohne Erörterung von vorneherein erklären: es darf auch keine Erziehungsstätte für den jüdischen Staat, keine Pepiniere für jüdische Bürger geschaffen werden. Erwägen Sie, was Sie in Bussland anrichten. — Das ist mein letztes Argument, woran seltsamerweise niemand gedacht hat — denn Sie haben alle den Brief gelesen, der gestern in der „Welt" erschienen ist ... . Präsident Dr. Herzl: Ich bitte mit gutem Beispiele voranzugehen und in diese Diskussion nicht einzutreten. Dr. Nordau: Dann sage ich nur folgendes: (Zwischenrufe seitens des Delegierten Dr. S y r k i n.) Präsident Dr. Herzl: Herr Dr. S y r k i n! Dr. Nordau (fortfahrend) : Wenn Sie die Kommission unter den Umständen, unter denen sie eventuell günstigenfalls gewählt werden kann, ernennen, dann werden Sie auch an einer andern Stelle als in