Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 213)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 212 — um das Judentum." „Das Judentum ohne die Juden": Ja wohl. Wir kennen dich, schöne Maske! Gehen Sie mit diesem Worte in eine Spiritistenversammlung. (Sehallende Heiterkeit und Beifall.) Unter Lebenden, die Leben um sich und vor sich haben wollen, werden Sie damit kein Glück machen. (Langanhaltender Beifall.) Meines Erachtens .... Präsident Dr. Herzl: Ich bemerke in dieser Ecke des Saales ein Knäuel, wo man sieh, glaube ich, nicht wohl genug fühlt. Ich bitte Sie, sich im Interesse der Ordnung ein bissehen in den Hintergrund zurückzuziehen; Sie werden dort besser hören, besser stehen und es wird nicht zu Tumulten kommen. Del. Dr. Nordau: Obwohl die 15 Minutenzeit nicht auf mich anwendbar ist, werde ich sie doch selbst auf mich anwenden. Ich habe mir Ihre Aufmerksamkeit nur noch für drei Minuten zu erbitten. Es wird besorgt, dass wir unsere mit so viel Mühe, mit so viel bitterer Kot aufgebrachten Mittel für die provisorische Kolonisation verwenden könnten, so dass für unser eigentliches Ziel nichts übrig bleibt. Dasscheint mir vollkommen ausgeschlossen. Es handelt sich nicht darum, die Mittel unserer Kolonialbank, des Nationalfonds und etwaige Zuwendungen für zionistische Zwecke dafür zu verwenden. Kein Pfennig davon! (Bauschender Beif.) Das einzige, das sich rechtfertigen Hesse, wäre die Anweisung der im ganzen wenig bedeutenden Kosten für die Entsendung einer Prüfungskommission. Das wäre aber auch das Maximum; die Kosten der Finanzierung eines solchen Unternehmens, wenn Sie selbst besehliessen, ein solches auszuführen, müssten auf anderem Wege aufgebracht werden, nicht aus zionistischen Mitteln. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Was riskieren Sie, wenn Sie eine Kommission ernennen . . .? (Hufe: Ruhe!) Präsident: War da nicht wieder ein Pfuiruf? Stimmen: ISTein! Euhe! Ruhe! Redner: Was riskieren Sie, wenn Sie zunächst nur besehliessen, eine Kommission zu ernennen, der Sie den strikten Auftrag geben, die ihr vom A.-C. vorzulegenden Pläne zu prüfen, von den dazu gehörigen Erläuterungen Kenntnis zu nehmen und allenfalls bei dieser Prüfung so gründlich vorzugehen, dass auch die Untersuchung der Verhältnisse an Ort und Stelle ein Element der Prüfung bildet? Einen Beschluss, der Sie bindet, wird dieser Ausschuss nie und nimmer fassen dürfen. Wenn nötig, wird dazu ein neuer Kongress zusammentreten, dessen Platform lauten wird: Dürfen wir, ohne das Ziel des Zionismus aus dem Auge zu verlieren, zum Zwecke der zionistischen Arbeit eine provisorische Kolonie bilden? Darüber wird ein besonderer Kongress zu entscheiden haben. Das jüdische Volk selbst wird in seinen Wählerversammlungen darüber schlüssig werden müssen. (Grosser Beifall.) Einstweilen aber werden Sie durch die Wahl eines Ausschusses zur Prüfung der Ihnen vorgelegten Frage zwei Pflichten erfüllt haben.