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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 209

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 209 (sequence 210)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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209 — Füsse abhauen; man kann durch äussere Gewalt das Baseler Programm zerstören : niemals aber wird man uns mit heilen Beinen, lebendig, vom bestehenden Baseler Programm wegrücken." Und Sie erwidern: „Wir haben ungeheuer viel Vertrauen zu Ihnen; folglich nehmen wir an, dass Sie sicher vom Baseler Programm abgehen wollen." (Beifall und Heiterkeit.) Sie fürchten, wenn man Ihnen von einer Kolonie, in Ostafrika oder wo immer spricht, dass man Ihnen ein Stief-Zion geben will . . . Das ist ein Vertrauen mit seltsamen Vorbehalten, ein Vertrauen mit schweren Hypotheken. Seien Sie ganz sicher: Niemand denkt daran, das Baseler Programm aufzugeben oder nur ein Haar breit davon abzuweichen. Was wollen Sie denn? Können Sie denn, etwa bis zum Augenblick des Märtyrertodes — der ist allerdings noch nicht von uns gefordert worden — als Beweis der Aufrichtigkeit mehr verlangen, als dass ein Mensch, der sich eines hübschen Fahrzeuges erfreut, der eine gut gebaute Brücke hat, damit beginnt, die Brücke abzubrechen, sein Schiff zu verbrennen, und sagt: „Hier stehe ich, hier muss ich fallen." Das ist geschehen. Das haben diejenigen, die Sie Ihre Führer nennen und Ihres Vertrauens versichern, getan. Sie haben ihre Schiffe verbrannt, ihre Brücken abgebrochen und stehen da. Ein Zurückweichen gibt es für sie nicht. Zurückweichen heisst in ihrem Falle : ins Wasser! ersaufen! Und da sagen Sie: „Sie haben hier eine kleine Komödie gespielt. Sie wollten uns irgendwie mundgerecht machen, dass es auch ohne Zion geht." Ich qualifiziere dieses Vorgehen nicht weiter. (Beifall.) Und nun, da ich auch mich als Temperamentjuden geoffenbart habe, da auch ich meine Gefühle ausgedrückt habe, wollen wir tun, wozu ich Sie in meiner ersten Bede einlud: kühl, geschäftsmässig, nüchtern die Frage behandeln. Ich will nur die Häuptargumente hervorheben, die im Laufe der Diskussion gegen den Antrag zur Einsetzung einer Kommission laut wurden. Einzelnes war so schön, dass ich es eigentlich aus ästhetischen, aus Feinschmeekergründen hervorheben muss. Es soll doch auch ein lichter Sonnenblick auf die im ganzen düstere Farbenstimmung dieser Diskussion fallen. Herr Wortsmann sprach gar nicht von der Kommission; er nahm schon als feststehend an, dasswir nach Ostafrika auswandern, und wandte sich mit der ganzen Heftigkeit seines erregten Gemütes gegen die angebliche Auswanderung. Seine Besorgnis war, dass wir in die Wildnis Kultur tragen könnten, dass wir also infolgedessen England für sein Anerbieten gar nicht dankbar zu sein brauchten, dass im Gegenteil England uns dankbar sein müsste. Denn wir verwandeln ja Wildnis in kultivierte Gegend. Da ist ihm eine kleine Verwechslung mit untergelaufen. Er dachte wohl, dass wir nach Sibirien oder nach Sachalin gehen sollten. Dort arbeitet man allerdings nicht für sich, wenn man arbeitet; und wenn man in Sibirien oder in Sachalin eine Wildnis in eine Kulturstätte umgewandelt hat, dann hat derjenige, der 14

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