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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 208

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 208 (sequence 209)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--2052-3478190
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% — 208 — wenn auch vielfach durcheinander geschlungene Fragen. Von tatmudistisch geschulten Köpfen hätte ich doch erwartet, dass Sie dieses Gewebe der drei ineinander geschlungenen Fragen reinlich, säuberlich auseinander zu dröseln verstehen würden. Da Sie dieses zu meinem Erstaunen nicht getan haben — wenigstens die gegnerischen Eedner nicht —, so muss ich mit einigem Bangen — denn es ist leider lange her, dass ich mich mit dem Talmud beschäftigt habe, und ich kann als Talmudist mit dem schwächsten von Ihnen nicht ringen — mich der Mühe unterziehen, diese reinliche Scheidung vorzunehmen. Worum handelt es sich hier? Um die Beantwortung dieser drei Fragen. 1. Soll eine Kommission zur Prüfung einer gegebenen Frage ernannt werden, unvorgreiflich, lediglich zum ZAvecke der Prüfung dieser Frage? 2. Sollen wir nach Ostafrika aufbrechen? 3. Darf und soll der Zionismus an die Frage eines Xaehtas}des herantreten? Da dieses Wort von mir leider unvorsichtig in die Diskussion geworfen worden ist, da es von Ihnen sichtlich gründlich, bis zum Erdmittelpunkt, missverstanden wrorden ist, Wierde ich mir gestatten dürfen, es zwar jetzt noch zu gebrauchen, aber später zu erläutern. Also: eine Kommission ernennen, nach Ost-Afrika ziehen und die Frage erörtern, ob der Zionismus sich mit der Errichtung eines Xachtasyles —- wo das zu errichten ist, ist eine andere Frage — beschäftigen darf und soll; das ist es, womit Sie befasst sind. Geehrte Versammlung! Fast alle Eedner, selbst die erbittertsten Oppositionsredner, begannen immer mit der Versicherung ihres Vertrauens zu unserm verehrten Führer Dr. H e r z 1. (Lebhafter Beifall.) Das war immer das erste Wort. Viele von Ihnen, die gebildeten Russen, kennen Tolstoi. In einem der rührendsten Teile seines Gesamtwerkes, in seinen Kindes- und Jugenderinnerungen, erzählt er eine Szene, die mir unvergesslich geblieben ist. Es scheint, dass seinVater die erste Frau verloren hatte und von einer Hetze kleiner Kinder umgeben war, die einer Pflegerin und Erzieherin nicht entbehren konnten. Er'dachte daran, sieh ein zweites Mal zu verheiraten. Eines Tages erschien eine Gouvernante und wurde den Kindern vorgestellt. Nachdem die Gouvernante „sich eigentümlich zärtlich gegen die Kinder erwiesen hatte, mehr als Gouvernanten bei ihrem ersten Eintritt in ein Haus zu tun pflegen, rief der Vater die Kinder und fragte sie: „Kinder, wie gefällt euch eure neue Gouvernante? Liebt sie euch? Glaubt ihr, ^dass ihr auch sie lieben könnt?" Da brach der Aelteste in Tränen aus und sagte: „Vater, du willst uns eine Stiefmutter geben." Das ist I h r Vertrauen. Wir sagen Ihnen bei jeder Gelegenheit, wir Aviederholen es Ihnen bis zur Lächerlichkeit — denn wir sind als Stilisten keine Freunde der Tautologie; wir halten die Tautologie für das erbärmlichste stilistische Hilfsmittel eines Stümpers und wir haben die Eitelkeit, uns nicht für Stümper zu halten —: „Das Ziel bleibt unverrückbar. Dieses Ziel heisst Zion. Wir stehen auf dem Baseler Programm. Man kann uns die

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