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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 205

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 205 (sequence 206)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 205 — mit der britischen Regierung wegen des Erwerbes von Land in Ostafrika unter britischer Souzeränität verhandelt. Haben Sie aber den Souverän beiragt, den Souverän, der hier sitzt und der allein in prinzipiellen Fragen zu entscheiden hat und von dem Sie vorher Ihre Instruktionen erhalten müssen? Die Bemerkung Dr. N o r d a u s , der Kongress müsse die Grenzen der zu befolgenden Politik ziehen, klingt wie ein Hohn auf diese Wirklichkeit. Sie wollten uns mit einem fait accompli überraschen oder beglücken. Ja, wenn es sich nicht um prinzipienstürzende Fragen handeln würde! Sie haben mit Chamberlain verhandelt. Nehmen Sie sich doch ein Beispiel an Mr. Chamberlain. Als er vor kurzer Zeit das so wichtige Projekt der fiskalischen Reform in England einführen wollte, wie ging er da vor? Kam er eines Tages vor das Haus der Commons und lancierte von der Regierungsbank aus diese Idee? Nein, meine Herren! Weil das eine so wichtige Sache ist, machte er das englische Volk zuerst von einem neutralen Boden aus damit bekannt. Und die englische Regierung wird, bevor sie daran schreitet, die Sache der Oeffentlichkeit gegenüber zu vertreten, vorerst das alte Parlament auflösen, Neuwahlen ausschreiben, um derart dem englischen Volke Gelegenheit zu geben, seine Ansicht zu äussern. Wie aber ist es bei uns zugegangen? Man hat diese wichtige Frage wie eine Bombe hineingeschleudert, und die Wirkung war auch bombenartig. Bis vor zwei oder drei Tagen haben wir von der ganzen Sache absolut nichts gewusst. Es sitzen hier manche — es ist keine Schande, dies zu sagen — die von Britisch-Ostafrika eine sehr nebelhafte Vorstellung haben. (Beifall.) Und von diesen Herren wird nun plötzlich verlangt, dass sie abstimmen und eine Kommission ernennen. Sie wissen nicht einmal recht, um was es sich handelt. Der Herr Vorsitzende wird mir entschuldigen, wenn ich einen vielleicht etwas wenig parlamentarischen Ausdruck gebrauche, aber es ist nur vorübergehend. Präs. Dr. Herzl: Nein, ich bitte auch nicht vorübergehend. Del. H. Rosenbaum: Vielleicht ist er es gar nicht. Präs. Dr. Herzl: Wir wollen sehen. Del. H. Rosenbaum: Es ist das einer kleinen Komödie etwas ähnlich. Präs. Dr. Herzl: Nein! Das werden Sie zurückziehen! Del. H. Rosenbaum: Also ziehe ich es zurück. Ich habe ja eben gefragt .... Präs. Dr. Herzl: Ich bedauere, dass Sie einen solchen Ton anschlagen. (Rufe: Zur Ordnung!) Präs. Dr. Herzl: Der Redner hat den Ausdruck bereits zurückgenommen. Delegierter H. Rcsenbaum: Nun zur Sache selbst! Was sehen wir? Man spricht von einer momentanen Hilfe oder, wie unser hochverehrter Herr Dr. N o r d au das so schön umschrieben hat: Wir wollen ein Nachtasyl für das jüdische Volk schaffen. Aber seit wann ist es Aufgabe des Zionismus geworden, Nachtasyle für das jüdische Volk zu schaffen? (Beifall und Händeklatschen.) Nein, wir haben bis jetzt bei hellem Tag für eine Wohnung gekämpft, die wir sowohl bei Tag als bei Nacht benützen können. Wir sind des bittern Beigeschmacks der Nachtasyle satt, hochverehrter Herr Dr. Nordau, selbst wenn sie wie das eleganteste Budoir ausgestattet sein sollten. (Unterbrechungen.) Ich bitte, ich habe Sie nicht unterbrochen und bitte auch mich reden zu lassen. Nein, hochverehrter Herr Dr. Nordau, wir haben sie zur Genüge ausgekostet, wir verzichten auf sie. Andererseits hören wir: Wenn wir auch für Ostafrika arbeiten, Palästina bleibt immer unser Ideal. Diese Aeusserung erinnert

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