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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 203

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 203 (sequence 204)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 203 — Wenn man uns sagt, der Weg nach Zion führt über Ostafrika, so erinnere ich daran, dass Oberst Goldsmid seinerzeit den berühmten Brief geschrieben hat, in dem es heisst: Der Weg nach Palästina führt über Argentinien. Wir tun Herrn Dr. fi e r z 1 gar keinen Gefallen, wenn wir die Sache an eine Kommission weisen. Dr. Herzl will uns nur prüfen, ob wir mit ihm durch Dick und Dünn nach Zion gehen wollen. (Stürmischer Beifall.) Ich glaube, Dr. Herzl wünscht ein ehrenvolles Begräbnis für den Antrag. (Zustimmung.) Uns, die wir Tantalusqualen nach unserem Lande ausstehen, zeigt Dr. Herzl diese lachenden Gestade, um zu sehen, ob wir treu und ehrlich mit ihm nach Zion gehen wollen. (Lebhafter Beifall.) Wegen Zion dürfen wir nicht schweigen, wegen Zion müssen wir sprechen und müssen eine Tat tun, d. h. Ostafrika verwerfen und mit Dr. Herzl gegen Zion gehen. Das ist eine Tat! (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Delegierter Dr. Awinowitzky: Liebe Brüder und Schwestern! In einem sehr wichtigen Augenblicke, nicht nur für unsere Bewegung, sondern für die ganze Geschichte des jüdischen Volkes, stehe ich vor Ihnen, um mich für die Kommission auszusprechen. Sie haben hier gehört, dass man diejenigen, welche dafür sind, als Verräter des Zionismus bezeichnet, und es wurde vorgeschlagen, eine schwarze Tafel anzuschaffen, um deren Namen darauf einzuschreiben. Trotzdem stehe ich unerschrocken hier, im Vollbewusstsein meiner Pflicht für das Wohl des Zionismus und des jüdischen Volkes. Nicht nur deshalb bin ich unerschrocken, weil Sie einem Manne, der im Verlaufe von sechs Jahren keinen Tag zubrachte, ohne für den Zionismus zu arbeiten, einem Manne, der mehrere Wochen auf dem Sterbebette lag, infolge der Agitation, und der seinen Freunden damals sagte, ich gehe froh dem Tode entgegen — nicht nur deshalb bin ich unerschrocken, weil Sie einem solchen Manne nicht so leicht das Wort „Verräter" ins Gesicht schleudern werden, sondern weil hier überhaupt kein Verräter ist. Hier handelt es sich um eine zionistische Sache. Wir gehen hier nicht nach Canossa. Mit einer Kommission ist auch ein Gang nach Jerusalem . . . (Unruhe.) Ebenso wie es eine Thora gibt, gibt es eine Heimstätte, das ist Zion. Deshalb müssen wir im jetzigen Augenblicke für die Kommission stimmen. (Heiterkeit.) In der Rede des Dr. Herzl haben wir zweierlei Tatsachen gehört. Er berichtet von einer Reise nach Petersburg, wo er nicht nur als Zionist auftrat, sondern für die allgemein jüdische Sache überhaupt wirkte. Eine andere Tatsache ist El-Arisch. Das ist eine hochzionistische Sache, das ist Palästina. Ostafrika ist nicht Zion, aber eine allgemein jüdische Sache. Als Dr. Herzl Ihnen erzählte, dass er für die Juden in Russland auftrat, weshalb sagten Sie nicht: Das ist ein Scheitern unseres Programmes? (Lebhafter Beifall.) Das ist kein Scheitern, Herzl hat als Zionist und als Jude gehandelt. Das lässt sich nicht von einander trennen. Herzl sagte, es sei ein Kolonisations-Aushilfsmittel für den Notstand. Ich muss sagen, dass wir höchst unzufrieden sind, dass die El- Arisch-Sache abgebrochen wurde. Man hat uns berichtet, dass dies wegen des Wassermangels geschah. Wenn Moses aus einem Steine Wasser bekam, soll doch Dr. Herzl aus dem Nil Wasser bekommen. (Schallende Heiterkeit.) Man soll prüfen, ob da eine zionistische Arbeit zu machen ist; es handelt sich ferner um Ostafrika. Das ist keine zionistische Sache. Dr. Herzl sagte, dass sogar der englischen Regierung mitgeteilt wurde, dass wir nur an Palästina denken, und dass die englische Regierung gar nicht an einen Ersatz für Palästina denkt. Das ist nur ein Aushilfsmittel. Herzl sagte, dass unser Programm nur Zion sei und nichts anderes. Sie können allerdings sagen: Das ist Diplomatie; das ist schon Scheitern des Programmes; wir haben kein Zion, wir haben nur Afrika. Dr. Herzl hatte auch Verhandlungen mit Russland, er sprach aber nicht über Afrika,

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