Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 194)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 193 — Das, meine Freunde, sind die Stricke, die die zionistische Kolonisation spannen soll, um daran ihr Xetz zu wirken. Bis zu dem Augenblick werden die heute verfügbaren Mittel vermutlich aufgebraucht sein; dann aber wird es nicht mehr nötig sein, zur Weiterführung des grossen Werkes an das jüdische Herz und den jüdischen Geldbeutel zu appellieren, sondern es wird sich dann auch für den Voreingenommensten herausgestellt haben, dass hier Organismen von erstaunlicher Lebenskraft geschaffen sind, Gemeinden von einer Steuerkraft, wie sie bisher keine Gemeinde besessen hat, da der Grund und Boden ihr Eigentum ist, und alle Bürger bis zum letzten. Pfennig ihres Privat Vermögens für sie eintreten müssen, soll ihre Existenzgrundlage nicht in Stücke gehen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) End diese Gemeinden sind gleichzeitig Wirtschaftsorganismen von höchster Kraft, deren Feder gebildet wird durch das ungehemmte wirtschaftliche Selbstinteresse des ohne Zukunftssorge für sich und die Seinen schaffenden Mannes, unbesteuert durch Grundrente, Kapitalzins und Zwischenhandel-Gewinn. Diese halb gemeindlichen, halb wirtschaftlichen Organisationen Kiefen eine Kreditbasis von: unvergleichlich höherer Tragkraft als selbst die reichsten Gemeinden Westeuropas und so wird ihnen auch der befruchtende Goldstrom des Kredits immer in so reichem Masse zufHessen, wie sie seiner bedürfen. Dann ist die Zeit gekommen, um mit diesen ungeheuren Mitteln die wirtschaftliche Erschliessung des Landes voll durchzuführen, das heisst, die Maschen des Ketzes zu schlingen. Dann wird man die Bergflüsse in dem Gebirge einfassen, um aus ungeheuren Beservoirs das befruchtende Nassvorsichtig herabzuleiten, dass die dürre Steppe sich mit Weizen- und Maisfeldern schmücke, dann wird man das Xetz von Kanälen, Chauseen und Eisenbahnen über das Land spannen, das für seinen vollen Eeichtum unentbehrlich ist; dann werden die Hafen-, die Kaianlagen entstehen, die unser verehrter Präsident zukunftsahnend erschaut hat, dann wird vielleicht auch wirklich das Wasser des Mittelmeeres in jene Salzpfütze des Toten Meeres geleitet werden und auf seinen Wogen die riesigen Dynamos dieser blühenden Volkswirtschaft treiben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dann aber ist es auch Zeit, eine wirkliche Massen-Einwanderung ins Werk zu setzen, dann kann man zwischen den neu entstandenen Landstädten die Handwerker als solche ansiedeln, ganze Handwerker - Städte errichten, von Baumpilanzungen umgeben, in denen der verelendete Schneider und Schuhmacher der polnischen Schmutznester ein trauliches Heim, gesunde Luft und eine ungedrückte Existenz finden kann. (Beifall und Händeklatsehen.) Dann wird hier ein Arbeitermaterial vorhanden sein, das mit den 0 eidlöhnen des Londoner Ostendes und der Schwitzhöllen Kew-Yorks eine zwar nicht reiche, aber dennoch würdige Existenz führen kann; und dann .mag die in aller Welt berühmte kaufmännische Findigkeit der 13