Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 192)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 191 — Anzahl Genossenschaften bilden werden: sie werden mit dem Großbetriebe zusammen zunächst eine Bezugsgenossenschaft bilden, die Saatgut, Stecklinge, Zuchttiere, künstlichen Dünger, Geräte, Kohlen, Futtermittel usw. usw. durch Vermittlung der Zentrale von der Grosshandelsgenossenschaft bezieht und zum Selbstkostenpreise an die einzelnen Betriebe weitergibt, so dass diese der Besteuerung durch den Zwischenhandel entgehen. Sie werden ferner Werkgenossenschaften bilden, die z. B. eine Dreschmaschine, Oelpresse, Keltereien und Brauerei, eine Molkerei, eine Hüben- und Zuckerfabrik usw. errichten und betreiben und den Gewinn des Betriebes an die Genossen zurückvergüten, denen auf diese Weise der Unternehmergewinn zufliesst. Sie werden ferner Absatzgenossensehaften bilden, die die Produkte der grossen und kleinen Wirtschaften zweckmässig behandeln und verpacken und ihnen den besten Markt suchen, um den Genossen den Gewinn des Zwischenhandels zuzuführen; sie werden Versicherungskassen für Feuer, Leben, Krankheit, Alter, Unfall, Hagelschlag und Viehseuchen errichten und derart nur die Bisikoprämien ohne einen Aufschlag für den Unternehmer zu zahlen haben, wobei zu vermuten und zu hoffen ist, dass die kleinen Versicherungskassen der einzelnen Kolonien durch Zusammenschluss untereinander mächtige Anstalten bilden werden, in denen das Bisiko auf ein Minimum reduziert wird. Derart wird das ganze Leben dieser Kolonisten ablaufen in einem selbstgespannten Bahmen^ der ihnen gleichzeitig Panzer und Stütze ist. Eine Bauernkolonie, die auf billigem Lande mit ausreichendem Kapital unter intelligenter fachmännischer Leitung arbeitet, deren Einkommen durch den Fortfall aller an Zwischenhandel und Kapital zu steuernden Abgaben vermehrt ist, deren Besitzrecht unantastbar und deren wirtschaftliche Spannkraft durch das Bewusstsein gespornt ist, nur für sich selbst und für die Familie zu schaffen, eine solche Gemeinde ist, das kann man mit Sicherheit aussprechen, einer privatkapitalistischen Kolonie vereinzelter Besitzer in einem ungeheuren Masse wirtschaftlich überlegen. (Lebhafter Beifall.) Unter gleichen Verhältnissen haben die Mormonen aus der wasserlosen Steppe Utahs ein Paradies erschaffen, voll erstaunlichen Beichtums und unerhörten Bürgersinns. Diese ersten von Bauern, von dazu erzogenen Landarbeitern, bewirtschafteten Besiedlungen, das, meine Freunde, sind die Haken, die die zionistische Kolonisation in allen vier Ecken des Landes fest einzutreiben hat, um daran die Stricke für ihr Wetz zu spannen. Suchen wir uns jetzt klar zu werden, wie denn diese Stricke zu spannen sind! Wir werden von jeder Kolonie* als einem Zentrum von Menschen, Tatkraft und Intelligenz aus, nach Massgabe der verfügbaren Mittel neue Siedlungen anlegen und mit neuen, immer noch womöglich ausschliesslich landwirtschaftlichen, Ansiedlern besetzen; wir werden ferner neues Land erwerben und für die Besiedlung vorbereiten, z. B. durch Entwässerung oder Anlage von Bewässerungswerken, die grössere Be-