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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 190

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 190 (sequence 191)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 190 — deckt in guten und bösen Jahren die Bedürfnisse der Besiedler. Es wird aber gleichzeitig vom ersten Anfang an die Kraft der Selbst Verantwortung, das wirtschaftliche Selbstinteresse voll angespannt, kurz, es wird nichts anderes geleistet, als aristokratische Hilfe. Um die bäuerlichen Siedler einerseits für die spätere Uebernahme des Landes gut genossenschaftlich zu erziehen und um sie andererseits zu befähigen, für ihren festen Lohn möglichst viel Genussgüter zu erwerben, wird man vom Anfang an der Hauptgenossensehaft Untergenossenschaften angliedern, vor allem einen Konsum-Verein. Man wird durch eine Grosshandels-Geiiossenschaft alle diejenigen Produkte des Ackerbaues oder der Industrie, die im Lande nicht hergestellt werden, an der besten Quelle und gegen Barzahlung kaufen und wird sie ohne anderen Preisaufschlag als die Transportkosten an die Konsum-Vereine der einzelnen Kolonien ablassen. Auf diese Weise entgehen die Kolonisten der Besteuerung durch einen Krämier, der einen um so höheren Aufschlag auf die einzelnen Waren erheben muss, je kleiner der Personenkreis ist, der ihn mit ernähren soll; nach deutschem Verhältnis zu urteilen, erhöht man durch solche Konsum-Vereine die Kaufkraft des Lohnes um 30 bis 50 Prozent, oder was dasselbe ist, man erhöht den Reallohn um ebenso viel über den Kominaliohn. In die Verwaltung dieses Konsum-Vereines sollen von vornherein die Frauen und Männer der Kolonie in immer steigendem Masse zur Mitarbeit zugezogen werden, damit ihnen die schwierige Aufgabe kaufmännischer Kalkulation und die noch schwierigere der Leitung und Lenkung einer genossenschaftlichen General Versammlung allmählich geläufig wird, beides unerlässlich für die Leitung der Gutsgenossenschaft, die ihnen später zufallen soll. Dasselbe gilt für eine Anzahl anderer Untergenossenschaften. Ich schlage aus einer Anzahl von guten Gründen vor, nicht das gesamte Land dieser Grossbetriebe in gemeinsamer Wirtschaft zu bestellen, sondern jedem einzelnen Kolonisten, der es wünscht, so viel Garten- und Feldland in eigene Eegie und Verantwortung zu übergeben, als er in den Stunden, die ihm die Arbeitspflicht des Grossbetriebes lässt, mit den Kräften seiner. Familie und mit Hilfe des Grossbetriebes bewirtschaften kann. Ich meine, dass durch diese Form der Organisation das Heimatsgefühl sich noch vertiefen wird, und dass manche freie Stunde des Hausvaters selbst und seiner Frau und seiner Kinder dadurch nutzbringend zur Hebung des Wohlstandes der'Familie Verwendung finden kann, namentlich dann, wenn das Haus mitten auf dem Meinen Pachtstück steht, so dass letzteres leicht und bequem gedüngt und bearbeitet werden kami und wenn der Grossbetrieb seine Maschinen und Gespanne gegen Erstattung der Selbstkosten für die groben Aekerarbeiten herleiht. Wir werden dann in diesem Falle um den Zentralbetrieb einen Kranz kleiner bäuerlicher Betriebe haben, die sowohl in ihrer Erzeugung wie in dem Absätze der Produkte eine grosse

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