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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 189

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 189 (sequence 190)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--2033-3478171
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— 189 — diesen Haken starke Stricke, dann knüpft man zwischen den Stricken stärkere Fäden und stellt derart ein grobes Masehenwerk her, das man dann nach Bedarf durch das Dazwisehenwirken feinerer Fäden zu immer feineren Maschen ausgestaltet. Genau so haben wir, meine ich, vorzugehen. Wir haben, so weit wie der dafür verfügbare Teil unserer Mittel reicht, in allen Teilen des Landes grosse Grundflächen zu erwerben und zwar womöglich nur solche, deren Bodenbeschaffenheit und Wasserverhältnisse von vornherein eine gewisse Ergiebigkeit der Ackerkultur gewährleisten. Von diesen erworbenen Flächen sind die besten Teile in solcher Grösse als landwirtschaftliche Grossbetriebe auszugestalten, wie sie einem ausgezeichneten Fachmann übersehbar sind. Die Werbung solcher Fachleute in genügender Zahl,, womöglich jüdischer, im Notfälle unbedenklich christlicher, muss der erste Akt der Vorbereitung zionistischer. Tätigkeit sein. Sie nahen auf dem ihnen bestimmten Gute den Wirtschaftsplan aufzustellen, den Etat zu entwerfen, die Zeichnung der Gebäude, den Bedarf an Maschinen, an Saatgut, an Geräten, an Gespann und vor allem an Bauernfamilien festzustellen. Zu gleicher Zeit müssen in Galizien, Bumänien und Bussland aus der dort vorhandenen reichen Zahl jüdische Ackerbauer zur Uebersiedlung geworben und auf den Weg gebracht worden sein. Sie müssen bei ihrem Erscheinen auf der Kolonie Wirtschafts- und Wohngebäude fertig vorfinden und ihre Ankunft muss auf den Zeitpunkt fallen, in dem der eigentliche Betrieb der Landwirtschaft beginnt, so dass sie sofort an die Arbeit gehen können. Sie werden zunächst formell, um jeder wirtschaftlichen Katastrophe vorzubeugen, fest besoldete Lohnarbeiter der Kolonie sein, Leute, die unter dem Befehle des leitenden Fachmannes für bestimmte Arbeit einen bestimmten, ortsüblichen, zur Existenz einer Familie voll ausreichenden Lohn erhalten. Man wird ihnen aber sofort sagen, dass etwaige TJeberschüsse des Betriebes, d. h. der Beinertrag nach Abzug der Löhne, Materialkosten, sowie der Zinsen des investierten Kapitals und der Abschreibungen auf lebendes und totes Inventar und Gebäude, nicht den Kapitalisten, Begründern der Kolonie, sondern ihnen selbst zufallen wird. (Lebhafter Beifall.) Man wird ihnen ferner sagen, dass man ihnen zur gesamten Fland, d. h. der von ihnen zu bildenden Genossenschaft, das Land samt Gebäuden und Inventar zum Selbstkostenpreise überlassen wird, sobald die Kolonie dauerhaft aktiv geworden ist, sobald also regelmässig IJeberschüsse erzielt werden. Diese Form des Anfangs vermeidet jede in der Sache selbst liegende Schwierigkeit; sie wälzt die Verantwortung für die Wirtschaftsergebnisse der ersten schwersten Jahre von den Schultern der kapitallosen und an diese Form der Wirtschaftsführung noch nicht gewohnten Bauern auf die Schultern der Kapitalbegründer bezw. auf die zionistische Bewegung selber ab. Es wird auf diese Weise jede Möglichkeit, Almosen zu fordern oder zu geben, vermieden, denn der Lohn

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