Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 175)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 174 — Del. Lilien: Ich bitte vor der Abstimmung um das Wort. Del. Temkin (übersetzt die Frage ins Russische). Del. Baker (gibt die englische Uebersetzung). Del. Dr. Alexander Marmorek (gibt die französische Uebersetzung). Vors. Wolifsohn: Es liegt auch ein Antrag vor, bloss zwei Generalredner zum Worte kommen zu lassen. Wir werden zuerst darüber abstimmen, ob die Versammlung je fünf Generalredner von jeder Seite zum Worte kommen lassen will. Del. de Haas (übersetzt dies ins Englische). Del. Temkin (gibt die russische Uebersetzung). Vors. Wolfisohn: Eben ist mir auch ein Antrag übergeben worden auf die Wahl von je drei Generalrednern. Ich ersuche also vorerst diejenigen, welche dafür sind, dass von jeder Seite fünf Generalredner sprechen sollen, die Hand zu erheben. Del. Temkin (übersetzt dies ins Russische. — Es erfolgt die Abstimmung). Vors. Wolifsohn: Ich ersuche alle Delegierten, ihre Plätze zu behalten, da sonst nicht gezählt werden kann. Die Ordner bitte ich, den Mittelgang freizuhalten. Ich bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause:) Der Antrag auf die Wahl von fünf Generalrednern für und fünf Qeneralrednern gegen ist angenommen. (Beifall.) Zuerst bekommt nun Herr Lilien zur Geschäftsordnung das Wort, sodann werde ich die Rednerliste verlesen lassen und die eingetragenen Herren Redner ersuchen, sich auf die Wahl von je fünf Generalrednera zu einigen. Del. Lilien: Geehrter Kongress! Ich habe mich vor Eintritt in die Abstimmung wiederholt laut und stürmisch zum Worte gemeldet, und habe es nicht erhalten. Erst jetzt wurde es mir erteilt, und es bleibt mir nichts anderes übrig, als nach der Abstimmung auf das Wort dankend zu verzichten. Präs. Dr. Herzl: Es ist nicht üblich, nachdem eine Abstimmung eingeleitet ist, das Wort zu erteilen. Die Abstimmung war bereits eingeleitet, und ich habe Ihnen das Wort erteilt, nachdem sie zu Ende war. Ich weiss also nicht, worüber Sie sich beklagen. Del. Lilien: Ich beklage mich darüber, dass ich das Wort nicht erhalten habe, obwohl ich mich vor Einleitung der Abstimmung, so wie man zur Abstimmung schreiten wollte, zum Worte gemeidet habe. Die Herren, die auf dieser (linken) Seite sitzen, werden mir das bestätigen. Präs. Dr. Herzl: Herr Lilien, ich bitte keinen Zwischenfall hervorzurufen. In dem Augenblicke, wo ich Sie bemerkt habe, hatte ich die Abstimmung bereits eingeleitet. Del. Lilien: Ich wollte das nur in aller Ruhe konstatieren. Del. Dr. Nossig: Ich möchte an das Präsidium die Frage richten, ob die Absicht vorliegt, diese zehn Generalredner noch heute nachts sprechen zu lassen oder erst morgen. Präs. Dr. Herzl: Das hängt vom Kongresse ab. Del. Dr. Nossig; Also der Herr Präsident hat darüber nichts bestimmt? Präs. Dr. Herzl: Nein! Del. Dr. Nossig: Dann würde ich den Antrag stellen, dass man heute die Generalredner wählt, sie aber erst morgen vormittags sprechen lässt. Denn die Sache ist zu wichtig, als dass sie bei dieser ermüdeten Stimmung des Kongresses heute abgeschlossen werden könnte.