Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 174)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 173 — Erweiterung des zionistischen Programmen bedeutet, sondern wir haben die strikte Ablehnung des Projektes als ein Stück unüberlegter Politik betrachtet. Diese Erwägung hat uns dazu geführt, dafür einzutreten, dass die Vorlage des A.-C. von uns akzeptiert wird. Es ist doch zunächst ein Akt der Höflichkeit, dass man einen Vorschlag untersucht den man angeboten bekommt, zumal von einer Macht, die sich vorher in der El-Arisch-Frage äusserst freundlich verhalten hat. Wir sind es der Klugheit und besonders unserem Volke schuldig, nicht über ein dargebotenes Anerbieten einfach zur Tagesordnung überzugehen ohne jegliche Beratung. (Beifall.) Denn das ist doch keine Beratung, und wenn hundert und hundertzwanzig und hundertfünfzig Redner eingezeichnet sind und sich zum Worte melden, so ist das doch keine Beratung des Projektes, weil wir die Einzelheiten des Projektes nicht kennen und daher auch nicht durchberaten können. Es wäre aber auch in letzter Linie ein Unrecht an unsern Führern, wenn wir das Werk ihrer Arbeit einfach ablehnen würden. Es ist so viel vom Vertrauen zu unseren Führern gesprochen worden, die in diesem Jahre so redlich gearbeitet haben, und es wäre eine starke Undankbarkeit, wenn wir das Projekt ablehnen würden, ohne uns der Mühe zu unterziehen, zu untersuchen, wras das Projekt eigentlich bedeutet (Lebhafter Beifall.) Damit, meine Damen und Herren, bin ich noch nicht für die Zweckmässigkeit des ganzen Ostafrikaprojektes eingetreten. Es fällt mir auch nicht ein, hier vielleicht ein Zukunftsbild zu entrollen, oder vielleicht gar ein Angstprodukt vor Ihren Augen aufrichten zu wollen. Was wir wollen, ist nichts anderes als eine ernste Prüfung durch Männer unseres Vertrauens im Verein mit dem A.-C, sowohl vom Standpunkte einer einfachsten politischen Besonnenheit, der einfachsten Klugheit, als auch vom Standpunkte des Vertrauens zu unserem Führer Dr. H e r z 1 (Beifall) und, was ich zuletzt nenne, was aber unsere erste Pflicht ist, vom Standpunkte der Pflicht gegen unser jüdisches Volk. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vors. Wolifsohn (in Vertretung des Präs. Dr. H e r z 1, dessen Heiserkeit Schonung der Stimme verlangt): Ich habe soeben den Antrag auf Schluss der Debatte mit Anhörung von zwei Gencralrednern auf jeder Seite erhalten. (Del. Dr. Rosenbaum: Ich steile einen Gegenantrag.) Ich bitte das zu übersetzen. Del. Dr. Rosenbauin (gibt die russische Uebersetzung). Del. Dr. Alexander Marmorek (gibt die französische Uebersetzung). Del. Baker (gibt die englische Uebersetzung). Del. Dr. Syrkin: Ich stelle den Gegenantrag auf die Wahl von zehn Generalrednern, fünf pro und fünf contra. Vors. Wolflsohn: Es sind noch 112 Redner auf der Liste eingetragen. (Heiterkeit.) Der Herr Präsident wird zuerst darüber abstimmen lassen, ob die Debatte bei Wahl von Generalrednern geschlossen werden soll. Darüber, wie viele Generalredner dann sprechen sollen, wird nachher abgestimmt werden. Jene, welche dafür sind, dass die Debatte geschlossen und Generalredner gewählt werden sollen, wollen die Hand erheben. Del. de Maas (übersetzt das ins Englische). Del. Dr. Temkin (gibt die russische Uebersetzung). Del. Alexander Marmorek (gibt die französische Uebersetzung). Vors. Wolrfsohn (nach vorgenommener Abstimmung und Gegenprobe): Der Antrag ist a n g e n o m m e n, Es liegt ferner ein Antrag vor, von jeder Seite fünf, im ganzen also zehn Redner sprechen zu lassen.