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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 172

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 172 (sequence 173)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--2016-3478154
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— 172 — fordere alle folgenden Redner auf, sich von solchen Ausschreitungen, die durchaus nicht im Sinne der Versammlung und gewiss nicht in dem der Führung liegen, ferne zu halten. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Del. Rabinowitsch (Kiew, spricht russisch). Del. Bogratschow (spricht hebräisch). Del Chasan (Jargon): Es handelt sich um eine ganz ernste Frage, die nüchtern behandelt werden muss. Man hört nur von Afrikanern und Antiafrikanern reden. (Heiterkeit.) Ein logisches Wort Kann man nicht mehr sprechen. Die Mittel, mit welchen polemisiert wird, sind nicht die richtigen. Unsere erste Pflicht ist gegenseitige Achtung und gegenseitiges Vertrauen. In unserem Programm heisst es, der Zionismus strebt für die Juden in Palästina eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte an. Man will al£o einerseits den Judenstaat, andererseits soll er in Palästina sein. Eine Bewegung macht man nicht im Kabinett und nicht von der Tribüne, die Bewegung lebt im Volke, und das Volk strebt nach Erez-Jisroel und darnach wird es auch streben, wenn es anderwärts unter den besten Bedingungen leben wird. Die Zionisten, die stets gegen die Kultur gewesen sind, sind für den Plan vom Gesichtspunkte der Gegenwartsarbeit. Wir sind für den Ostafrika-Plan, weil es für das jüdische Volk von Vorteil ist. So lange wir nicht in Palästina politische Freiheit haben werden, wird unser letzter Wunsch nicht erfüllt sein. Das Streben im Volke nach einem Staate in Palästina wird immer aufrecht bleiben und deshalb ist die Befürchtung nicht gerechtfertigt, dass durch den ostafrikanischen Plan die Zionsidee an Bedeutung verlieren könnte. Ich bin nicht für das Projekt an und für sich, sondern zunächst nur für die Einsetzung einer Kommission. Es handelt sich nur darum, ob das ein gutes Mittel für unseren Zweck ist oder nicht. Wenn wir eine Kommission einsetzen, so wird diese die Frage prinzipiell prüfen. Früher wollen wir aber in unsere Heimat gehen und das jüdische Volk befragen. Dann können wir erst einen Beschluss fassen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Mossinsohn (Jargcn): Es handelt sich darum, einen prinzipiellen Beschluss zu fassen, ob wir überhaupt ein anderes Land suchen; wenn wir nach Hause kommen und unseren Wählern erzählen werden, dass eine Kommission für Ostafrika gebildet wurde, werden sie uns ins Gesicht spucken. Ein Nachtasyl ist ein schönes Wort und macht einen starken Eindruck auf den Kongress, aber es ist ein Gelächter. Im Namen des jüdischen Volkes sind wir gegen die Kommission, wir bleiben bei Zion. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del Dr. Moses (Mannheim): Verehrte Damen und Herren! Es ist mir im Laufe der heutigen ausführlichen Diskussion aufgefallen, dass, so oft ein Redner die Parole ausgab: Hie Zion, hie Ostafrika, sich demonstrativer Beifall erhoben hat, als ob nicht unser Führer, als ob nicht die Vorlage des Projektes es klar und deutlich ausgesprochen hätten, dass von einem Ausspielen von Ostafrika gegen Zion nicht die Rede sein kann. Wir haben vergessen, dass Dr. H e r z 1 in seiner Eröffnungsrede, als er auf Ostafrika zu sprechen kam, gesagt hat: „Ich darf sagen, dass unsere Anschauungen in Betreff Palästinas mit voller Offenheit und Ausführlichkeit den Mitgliedern des britischen Kabinetts und den in dieser Angelegenheit zuständigen hohen Regierungsbeamten auseinandergesetzt worden sind," Ich glaube, das ist klar genug. Und wenn heute von unseren deutschen Zionisten gesagt wurde, dass wir, weil wir in Anbetracht dieses Umstandes uns entschlossen haben, dem Vorschlage des A.-C, eine Kommission zur Prüfung des Projektes einzusetzen, zugestimmt haben — dass wir schlechtere Zionisten sind, so möchte ich behaupten, dass ein Eingehen in dieses Ostafrikaprojekt keineswegs eine Einschränkung oder

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