Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 171

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 171 (sequence 172)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476266--2015-3478153
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 171 — Ich glaube, dass in uns das Baseler Programm so fest ist, dass wir wegen Einsetzung einer Kommission nicht werden wankend werden und ein Kompromiss ist das Einsetzen der Kommission nicht. Noch eine Frage wurde nicht behandelt: es wurde von Ostafrika imd Zion gesprochen, es wurde von der englischen Regierung gesprochen, aber nicht darüber, welche Stellung wir gegenüber unseren Führern einzunehmen haben. Ist es recht: Sie wollen uns etwas sagen, und wir wollen nichts hören? Wird man nicht sagen: In der zionistischen Bewegung kann man überhaupt nicht sprechen, dort wird alles verworfen, bevor man gehört hat. Wird man nicht sagen: Was ist die zionistische Bewegung? Es ist nur Einer, mit dem man reden kann: Dr. H e r z 1! Die anderen wollen nicht einmal prüfen. Wir dürfen nicht auf dem Standpunkt stehen, dass bloss gemeint wird, was wir uns denken, wir müssen daran denken, was die sagen, die nicht Zionisten, die keine Juden sind. Die werden den Kongress nicht ernst nehmen, wenn er eine Frage nicht einmal prüfen will. Noch eine Frage: Noch eine Frage ist, ob wir überhaupt, bevor wir eine Sache kennen, das Recht haben, sie schon auf das Prokrustesbett eines Programms zu spannen. Vielleicht — ich bin immer gegen Ostafrika gewesen — wird uns die Frage plausibler erscheinen, wenn, wir darüber etwas hören. Seien wir doch nicht so stolz. Wir haben schon so oft gegen Zion gehandelt. Ist vielleicht in New-York Zion? Nein! Trotzdem würden wir uns wehren, wenn der Zutritt zu New-York verwehrt würde. Ist Südafrika, ist England Zion Nein! Und doch kränkt es uns immer, wenn man den Strom dahin staut. Man hat gesagt, Afrika soll eine öffentlich-rechtliche Heimstätte werden, vielleicht nur eine Heimstätte. Das A.-C. kann nie dahin gehen. Vielleicht können wir aber das eine erzielen, dass man uns erlaubt, provisorisch hinzugehen. Nicht mit den Mitteln des Zionismus, sondern mit jenen, mit denen heute eine ziellose Wanderung vor sich geht. Dies hätte uns einfallen können, wenn wir die Sache geprüft hätten. Wir können nicht urteilen, es kann vielleicht gut sein, wir können aber nicht einmal etwas Gutes herausnehmen, wenn wir es nicht gehört haben. Ich habe alles Vertrauen zu jener Kommission, die man entsenden wird. Ich hoffe, diese Kommission wird zu dem Resultat gelangen: Wir bleiben Zionisten und haben unser Augenmerk nicht wo anders hinzurichten, wir wollen Palästina, wir wollen eine öffentlich-rechtliche Heimstätte haben, Aber prüfen wir zu unserem eigenen Selbstbewusstsein, prüfen wir, weil wir höflich und dankbar gegen diejenigen sein müssen, die uns etwas anbieten. Prüfen müssen wir, weil, wenn unser Führer sagt: ich will mit euch reden, wir ihm dies nicht abschlagen dürfen. Dabei können wir auf unserem Standpunkt verharren. Jetzt sagen wir aber schon: Wir zweifeln daran, dass sich etwas ändern wird an unserer Gesinnung, an unserem Streben nach Palästina. (Beifall.) Del. Grancwski (Jargon) spricht gegen das Ostafrika-Projekt. Er bemerkt gegen Dr. Friedemann, er wolle keine „Rachmones"-Zionisten. Er schliesst seine Anregungen über die in Palästina zu befolgende Politik: Ich schätze unsere Führer sehr und bin überzeugt, üass sie viel mehr verstehen und praktischer sind als ich. Trotzdem aber muss ich sagen: Eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte, die Kamt mau nicht, die nimmt man. (Lebhafter Widerspruch und Heiterkeit.) Präs. Dr. Herzi: Der letzte Redner hat eine Bemerkung gemacht, die ich nicht ungerügt vorübergehen lassen kann. Es heisst, wenn man die Bedingungen festhält, unter denen wir existieren, hier einen ganz unmöglichen, einen provokatorischen, einen zu den grössten Mlssverständnissen Veranlassung geben könnenden und die Bewegung tief schädigenden Ton in diese Versammlung einführen, wenn man solche Dinge vorbringt, wie Sie es jetzt getan haben. Ich kann das hier nicht passleren lassen und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.