Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 167)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 166 — hineinguckt, muss zum Schlüsse kommen, dass das jüdische Volk nur dann gesunden kann, wenn es zum lebendigen Glauben die lebendige Hoffnung zum Ideal bekäme. Wenn man ihm die lebendige Hoffnung gibt, wird es jung und kräftig. Sa^en Sie uns nicht, dass wir jetzt die Geschichte auf eine Zeit wegschieben^ die Geschichte des jüdischen Volkes. Wir müssen uns ständig an diese Richtschnur halten, das ist der einzige Weg. Ich bin Zionist, nicht nur aus meinem Affekte, sondern weil ich in der ganzen jüdischen Partei nur eine Sehnsucht des jüdischen Volkes wahrnehme, und wir nicht berechtigt sind, das jüdische Volk in eine andere Richtung zu leiten. Ich komme auch aus dem Laboratorium, wo ich Wunder gesehen habe'. Und obgleich ich stark erschüttert war, als ich die Märtyrer von Kischenew sah, habe ich doch auch Stolz gefühlt. Es war em elektrischer Funke zwischen mir und den Märtyrern. Ich bin in diesem Laboratorium stark geworden. Ich habe gesehen, wie jüdisches Eisen zum kräftigen Stahl wird. Die Not macht das jüdische Ideal nicht schwächer, sondern stärker. Dies zwingt mich, Ihnen den Rat zu geben, keine Kompromissprojekte für die Not anzunehmen. Obgleich Herr Sulzberg-er sagte,, dass der Antisemitismus in den westeuropäischen Ländern die erste Ursache bildet, dass wir uns beeilen sollen, obgleich die Kollegen in Westeuropa gefragt haben, warum wir uns nicht an die Märtyrer von Kischenew erinnern, sage ich im Namen derer, welche mich hieher geschickt haben: Beeilen Sie sich nicht, Sie werden kein Glück schaffen dem jüdischen Volke!. Es kann nur eine Antwort gegeben werden: Wir sollen uns an den Willen des Volkes halten. Ich schlage Ihnen vor, eine Resolution anzuhören, welche die russische Landsmannschaft angenommen hat. Die russische Landsmannschaft hat reiflich über die Frage beraten, Redner und Generalredner angehört und in namentlicher Abstimmung die Resolution zum Beschlüsse erhoben. Ich empfehle, dieselbe anzunehmen und glaube, dass. wir politisch klug handeln, wenn wir mit der Würde, die dem alten jüdischen Volke geziemt, dem britischen Volke unsere Dankbarkeit für sein Anerbieten ausdrücken, dass wir aber uns dahin äussern, dass wir unser Auge einem Ziele zuwenden, das ist Palästina. Dies wird unsere Würde in der ganzen Welt erhöhen. (Lebhafter Beifall.) Als Dr. Herzl sagte: Baron Hirsch ohne Millionen, verstand er darunter kein Geld, sondern Ideale. Ich habe die Furcht, dass wir unsere Millionen nicht wie die Ica auf kleine Sachen ausgeben .... Präs. Dr. Herzk Sie haben Ihre Zeit um zwei Minuten überschritten Del. Kohaa-Bernstein (fortfahrend): Dann will ich bloss die Resolution verlesen, welche mit 146 gegen 84 Stimmen angenommen wurde. (Liest:) „Der Kongress erkennt die grosse politische Tragweite des grossmütigen Anerbietens der englischen Regierung an, das dahin geht, der zionistischen Organisation zu erlauben, in Ostafrika eine autonome, jüdische Kolonie zu gründen, und bittet das A.-C, der Regierung der mächtigen englischen Nation den innigsten Dank der Vertreter des jüdischen Volkes auszudrücken. Da jedoch der Kongress dem Grundprinzip des . Zinonismus treu bleibt, und das Ziel der Bewegung in der Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte nur in Palästina erblickt, so bedauert er zum Schlüsse gelangen zu müssen, dass die zionistische Organisation sich mit diesem Projekte nicht befassen kann." (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Gronemann: Obwohl ich für die Kommission spreche* finde ich doch unter all den heute gesprochenen Worten nur von einem der Vorredner ein Wort, gegen das ich Protest erhebe. Es-ist gesagt worden, wir seien erst Juden und dann Zionisten. Das ist nicht wahr. Judentum und Zionismus ist für uns identisch. Es kann nichts so sein, dass wir als Juden für etwas und als Zionisten dagegen sein könnten. So ist es auch mit