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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 164

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 164 (sequence 165)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 164 — Präsident: Ich höre, dass im Saale „Pfui" gerufen wird. DeL Dr. Fink: Dieses „Pfui!" erfüllt mich mit Stoiz! Präsident: Das ist nicht Ihre Sache, sondern die meinige. Ich bitte den sich zu nennen, der das gerufen-hat! Del. Scheinkin: Ich habe es gesagt! Del. Syrkin: Ich auch! Präsident: Ich rufe Sie beide zur Ordnung und bitte, cas nicht zu wiederholen, sonst würde ich zu ganz anderen. Massregeln schreiten müssen, Del. Dr. Heiipern: Ich habe es auch gerufen! Del. Gordon: Und ich auch! Präsident: Ich erteile auch Ihnen den Ordnungsruf, ich lasse das Niveau unseres Kongresses nicht heruntersetzen. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Fink: Sie fürchten ein Ersterben des zionistischen Ideals. Wenn ich Politik machen will, muss ich mit Tatsachen rechnen und nicht mit Idealen. Ich muss auch mit der Tatsache rechnen, dass wir vielleicht noch sechzigmal nach Basel kommen werden, vielleicht auch noch hundertmal, und dass wir unseren Wählern bei unserer Rückkehr immer nur zu sagen haben werden: Wir haben euch eure Ideale wieder zurückgebracht. Glauben Sie, dass diese Tatsache darnach angetan sein wird, das zionistische Ideal zu erstarken? Nein! Gerade dann werden wir das zionistische Ideal ersterben machen, ja, wir werden es selbst dadurch totschlagen. Man behauptet in der ausserzionistischen. Welt: Ja, die Zionisten lieben nur Worte, nichts als Worte I So wie die Natur keinen hohlen Raum duldet, so zittern die Zionisten vor Taten. Nun hat man uns vor eine Tat gestellt und wir ziehen uns scheu zurück! (Zwischenrufe. — Unruhe.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer (den Vorsitz übernehmend): Ich bittet Del. Dr. Fink: In einem solchen Momente . . . Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich glaube, ich habe mich gestern deutlich genug ciusgedrückt, dass, wenn der Hammer hier fällt, auch die Redner auf der Tribüne zu schweigen haben. Es ist wieder ein Ruf aus der Versammlung erfolgt. Ich will nicht konstatieren, wer der Herr war, der diesen Zwischenruf gemacht hat, aber nachdem der Präsident soeben die Absicht kundgegeben hat, diese Zwischenrufe unter keinen Umständen zu dulden, wird die Versammlung dafür sorgen, dass derartige Zwischenrufe nicht mehr erfolgen. Ich bitte, den Redner mit Ruhe anzuhören, wie das bisher bei allen Rednern der Fall gewesen ist. Del. Dr. Fink: Man hat uns jetzt zum erstenmale vor eine Tat gestellt. Wenn wir nun in diesem Momente uns scheu zurückziehen, wird es. heissen: Ebensowenig wie die Natur einen leeren Raum duldet, ebensosehr fürchten die Zionisten die Taten; nur mit W'orten können sie uns dienen! Ich aber muss noch einmal fragen: Wo kollidiert denn das ostafrikanische Problem mit dem zionistischen Ideale? Fragen wir die Geschichte! War denn etwa seinerzeit, als Esra — und wir sind doch nicht mehr Zionisten als Esra — wirkte, auch ein grosser Teil in Babylonien in Autonomie zurückgeblieben? (Rufe: Unfreiwillig!) Warum sollen wir das nicht? (Beifall.) War denn der König Monobar, der ein jüdisches Reich in Adiabne beherrschte, kein Zionist? Ich wollte, wir wären alle solche Zionisten wie dieser König. Wir stehen vor den ersten Versuchen in der Politik, Politik gemacht haben wir noch nicht. Darum müssen wir sehen, wie es die anderen machen. Frankreich sagt, Elsass gehört mir. Weil man ihm nun den Elsass nicht geben will, sagt es vielleicht: Nun wollen wir unser Frankreich auch nicht!? Wir wollen auch keine Kolonien!? Rom sagt: Der Kirchenstaat gehört mir. Weil man ihm den Kirchenstaat nicht geben will,.

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