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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 158

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 158 (sequence 159)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--2002-3478140
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— 158 — etwas unternehmen, schädigen wir die Voiksidee. Das wäre nur dann richtig, wenn wir auf unser Endziel verzichten. Das werden wir aber nicht tun. Wir werden stets und unter allen Umständen Palästina als unser Endziel behalten. Warum sind Sie also dagegen, dass man ein grossherziges Anerbieten in der höflichen Form prüft, die in der ganzen Welt für ein freundliches und höfliches Anerbieten geboten ist? Es wird von Ihnen nicht verlangt, dass Sie sich für den Vorschlag entscheiden sollen, sonder nur, dass Sie prüfen sollen. Sie selbst werden die Entscheidung behalten über das, was später erfolgt. Aber man wird nicht eine Regierung, die uns in freundlicher und mehr als entgegenkommender Weise einen grossherzigen Vorschlag machte, vor den Kopf stossen und beleidigen können durch eine unkluge Gefühlsregung. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist hier gesagt worden, die Ica möge machen, was m Afrika geschehen kann. Vielleicht tut sie es, aber wenn nicht? Es erinnert mich das an die bekannte Geschichte von dem Manne, der zum Armen gesagt hat, ich gebe dir kein Brot, denn du hast reiche Verwandte. Da diese aber auch kein Brot gaben, ist der Arme verhungert. Das ist doch keine Politik: Die Ica wird das Geld geben. Millionen armer russischer, rumänischer und galizischer Juden schmachten in Verzweiflung, und Sie wollen ein grosses Projekt mit Phrasen abtun? Sie wollen die Verantwortlichkeit auf sich nehmen, diesen Aermsten zu sagen, wir haben uns nicht einmal die Zeit genommen zu prüfen? (Stürmischer Beifall und Händeklatschen. — Widerspruch.) Ich bitte Sie auch weiters zu bedenken: Was vergeben wir uns denn, wenn selbst die Kommission dazu käme, zu sagen, wir leiten vorläufig einen Teil der Auswanderer, der sonst für das jüdische Volk verloren geht, nach Afrika ab? (Widerspruch.) Auf diese Weise könnte, ohne dass der Zionismus das Programm verletzt, ungeheuer viel gewonnen werden. Haben Sie, die Sie dagegen sind, sich das überlegt? Es wäre das eine gewaltige Reserve für das jüdische Volk. Dort kann man vielleicht die jüdischen Kolonisten erziehen, die wir später brauchen, das Volk vorzubereiten für die Eigemexistenz. — Tun Sie nicht einen Schritt, der Ihnen später, bei ruhigem Blute, sehr, sehr leid tun wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ueberlegen Sie wohl! Wir wünschen vorläufig lediglich eine Kommission. Diese Kommission wird auf einem nächsten Kongresse einen sachgemässen Bericht erstatten, und Sie selbst haben bis dahin nichts verloren, als eine unüberlegte Handlung, wenn Sie heute plötzlich und ohne Prüfung einer Sache ein Anerbieten ablehnen würden, das man Ihnen grossmütig gemacht hat und das vielleicht die Keime in sich schliesst, aus denen Gutes für das jüdische Volk erwachsen kann. (Lebhafter "Beifall und Händeklatschen. — Widerspruch.) Prof. Dr. Beikowski (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen "begrüsst): Eine überraschende Nachricht hat uns der VI. Zionistenkongress gebracht. Sechs Jahre sind verstrichen seit dem historischen Momente, als wir uns hier in derselben Stadt zum erstenmale versammelten und auf derselben Tribüne zum erstenmale vor der ganzen Welt verkündet haben, dass das jüdische Volk existiert, dass es den Willen hat, wiederum nach Palästina, seiner alten, trauten Heimat zu gehen. Während dieser Jahre ist es unserm Führer Herrn Dr. H e r z 1 gelungen, unsere Sache in politischer Hinsicht so weit zu bringen, dass wir in diesem Momente schon gewissermassen als eine Partei anerkannt werden, und dass uns die englische Regierung die Möglichkeit bieten, will durch ihr hochherziges Anerbieten, vorderhand eine Wohnstätte, einen Zufluchtsort zu erlangen. Ich erinnere mich daran, was für eine Stimmung am III. Kongress geherrscht hat, als die Statuten unserer Bank verlautbart wurden, wie gross die Befürchtungen waren, weil nach den Statuten die Bank ihre Operationen nicht

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