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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 148

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 148 (sequence 149)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1992-3478130
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— 143 — der Zionisten mit der Zahl der Nichtzionisten, da haben wir eine verschwindend kleine Anzahl. Dieser Volkswille ist also noch nicht da. Wir sprechen davon, dass wir die Repräsentanten des jüdischen Volkes sind. Das ist aber im philosophischen Sinne, aber nicht im praktischen Sinne richtig. Als Dr. H e r z 1 zum Sultan gekommen ist, konnte er nicht sagen, dass das ganze jüdische Volk mit ihm geht. Aber der Ausdruck „Volkswille" ist abstrakt. Ich möchte ihn ins Materialistische übersetzen. Wissen Sie, wie er sich äussert? Durch Geld. Haben wir Geld? Nein! Wir haben kaum so viel Geld, damit wir die Bank gründen konnten. Wir haben im Nationalfond Geld, das unsern Applaus erregt, aber für eine nationale Sache nichts ist. Wenn Dr. Herzl zum Sultan kam und ihm sagte, wir bieten der Türkei grossen Nutzen — aber wann? — In der Zukunft! — so konnte der Sultan darauf sagen: Ja, ich werde warten. Wir können nicht erwarten, dass die Repräsentanten des türkischen Volkes bessere Zionisten sind als das jüdische Volk. Es ist natürlich, dass unter den gegebenen Umständen von keinem Erfolge die Rede sein konnte. Wir Zionisten haben die politische Tätigkeit unserer Fuhrer anders verstanden als sie selbst. Wir haben geglaubt, man wolle unter den Führern der Völker eine gute Stimmung für uns machen, damit zu der Zeit, wo wir fertig werden, auch die andern für uns sind. Wir haben gefürchtet, dass vielleicht unsere Fuhrer den Charter bekommen, denn wir sind noch nicht fertig. Wenn wir fragen, warum der Führer sich um den Charter bekümmert, so hiess es: der Charter sei ein mächtiges Agitationsmittel. Wir haben aber den Charter nicht. Ist damit die Sache abgemacht? Nein! Haben wir andere Mittel? Sie werden sagen: Volkswille — Geld! Das sind aber Sachen, für die wir viel Zeit brauchen. Wir können nicht so lange warten. Für Ostafrika brauchen wir keinen Volkswillen und kein Geld. Man glaubt, für Ostafrika wird man das Geld nicht suchen beim jüdischen Volke, man wird unser System umwechseln, man wird zur Ica gehen und dort das Geld verlangen. Man will, dass unser Führer zur Ica und zu den reichen .luden gehe, um zu betteln, unser geehrter Fuhrer, der von Königen, Kaisern, Ministern und auch von den Vertretern der Ica freundlich empfangen worden ist! Was waren die Resultate? Ganz dieselben bei der Ica, wie bei den anderen. Die Ica hält, wie Herr Awinowizki sagt, daran fest: Alle Sympathien, aber kein Geld. (Heiterkeit.) In dem einen, wie in dem andern Falle müssen wir unsere Arbeit fortsetzen, wir müssen den Rat unseres Führers Dr. Nordau befolgen. Unsere Arbeit ist: Einen Volkswillen zu schaffen, den Zionismus vertiefen, Propaganda und Agitation zu machen, oder wie Dr. Nordau sagt, Organisation. Ich werde mich nicht auf Details einlassen, das gehört nicht zur Sache, das wird bei anderer Gelegenheit besprochen werden. Unsere Sache aber ist, an unserem Ideal festzuhalten und die Mittel zu erstreben, die wir zur Erreichung des Ideales brauchen. Ich resümiere: Wir können Palästina wirklich nicht haben, so lange wir keinen Volkswillen haben, das.heisst viele Juden, die opferbereit sind, wenn wir der Türkei und dem türkischen Volke Nutzen, nicht in der Zukunft, sondern in der dermajigen Gegenwart versprechen können, dann ist kein Grund, an ein Misslingen zu glauben. Die Unternehmung Dr. Herzls konnte jetzt nicht gelingen,' damit will ich meine Erklärung zur Sache beenden, da diese in den Landsmannschaften diskutiert wurde. Ich möchte jetzt noch einige praktische Vorschläge besprechen. Vor allem habe ich in den Couloirs die Meinung gehört, es wäre eine ungeheure Undankbarkeit von uns, wenn wir einen Antrag, der uns humanitätsvoll von Seite des grossherzigen englischen Volkes dargeboten wird, nicht annehmen wollen. Ich bin kein Diplomat und füge mich gern den Meinungen, die von besser Unterrichteten ausgesprochen werden. Aber es gibt gewisse Dinge, über welche wir auch unsere Meinung haben können. Das grossmütige eng-

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