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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 147

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 147 (sequence 148)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1991-3478129
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— 147 — Kongresses in das Goldene Buch. Das Zentralcomite der zionistischen Vereine in Jekaterinoslaw hat 95 Rubel zur Eintragung des Kongresses in das Goldene Buch geschickt. Präs. Dr. Herzi: Das Wort hat Herr Dr. Alexander Marmore k. Del. Dr. A. Marmorek: Der Permanenzausschuss hat seinen Präsidenten beauftragt, zu erklären, dass in der „Welt" sich Unrichtigkeiten im Berichte über den Permanenzausschuss, jedoch ohne Verschulden der Redaktion, eingeschlichen haben. Ferner habe ich die Ehre, zur Wahl in den Finanzausschuss folgende neue Herren vorzuschlagen: G. Kohen (Hamburg), J. Moser (Bradford), D. Wollt söhn (Köln), Ginsberg (Riga), M a r k u s (Florenz), Jos. Cowe n (London), Dr. Katzenelle ns o h n (Libau), J. Veit (Basel) und Isidor Gewitsch (Wien). Ich bitte die Wahl durch Akklamation vorzunehmen. Präs. Dr. Herzl: Ich bitte jene Heren, welche die Wahl mit Akklamation vornehmen wollen, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Diese Herren sind gewählt. Del. Jacobsohn: Eingekommen sind von dem Vereine Kaierei luo Rubel für die Eintragung des Dr. Herzl ins Goldene Buch. (Beifall.) Präs. Dr. Herzl: Wir treten jetzt in die Diskussion über Ostafrika ein. Das Wort hat der Herr Delegierte Dr. Rosenbaum. Del. Dr. Rosenbaum: Geehrte Versammlung! Ich werde bei dem Punkte beginnen, bei dem ich gestern aufgehört habe. Aber früher will ich noch eine Bemerkung machen. In dieser wichtigen Frage möchte ich nicht diejenige Seite berühren, die auf unsere Gefühle einwirkt. Dies ist mir um so leichter, als schon in den Landsmannschaften die Frage allseitig erörtert wurde. Ich habe also nur wenig mehr zu bemerken. Als ich sagte, wir könnten die Juden zur Erleichterung nach Amerika und anderen Ländern schicken, habe ich Rufe gehört: Nein! Ich bin damit sehr zufrieden, ich sage auch nein. Wrir müssen Palästina haben, zum Unterschied von einer nationalen und philantropischen Gesellschaft. Ich möchte aber auch von einem anderen Standpunkte aus die Frage berühren. Wenn die reichen Juden, die Philantropen, die armen Juden irgendwo kolonisieren wollen, so geschieht dies eigentlich so: Die Reichen können die Leiden der Armen nicht ansehen, sie suchen daher einen entfernten Winkel der Erde aus und schicken die Armen dorthin, damit man sie nicht sieht, damit man nicht immer Mitleid haben muss. Man sage nicht, wir werden hier bleiben und für die Armen ein Nachtasyl gründen, wir sagen, wir gehen alle zusammen. In dem Momente, wo wir sagen, wir wollen für eine gewisse Gruppe von Juden ein Nachtasyl finden, ein Asyl für eine finstere Nacht, in dem Momente, wo wir das Asyl suchen, wohin wir aber nicht gehen, sind wir die Philantropen, gegen die wir so viel geschrieben und gesprochen haben. Eine Frage möchte ich noch an Sie richten: Setzen Sie den Fall, wir können jetzt Palästina haben, und man trägt uns Ostafrika an, so würden wir uns einstimmig für Palästina entscheiden. Infolgedessen muss die Frage so gestellt werden: Ist es richtig, dass wir Palästina nicht haben können? Ich sage ja. Wir können Palästina haben, und zwar in absehbarer Zeit, in der Zeit, wann wir Palästina nötig haben. (Unruhe.) Ich bitte sich ruhig zu verhalten, wenn ich auch Dinge sagen werde, wo Sie mich unterbrechen möchten. Was war die notwendigste Vorbedingung, dass wir Palästina bekommen? Das hat uns unser Führer Dr. Nord au in einer seiner Reden gesagt. Es müsste ein Volkswille geschaffen werden. Der Wille von 12 Millionen Menschen ist ein Faktor, mit dem praktische Politiker rechnen müssen. Ist diese Vorbedingung schon eingetreten? Nein! Wenn wir den Rechenschaftsbericht hören, jubeln wir, weil es heisst, dass wir um soundsoviel Perzent Zionisten mehr geworden sind. Vergleichen Sie aber die Zahl 10*

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