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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 144

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 144 (sequence 145)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1988-3478126
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— 144 — schalt, die rumänische, die holländische und die dänische treten eine Viertelstunde nach Schluss dieser Sitzung im Zunfthause zum Safran zur Beratung zusammen. Das Meeting der englisch sprechenden Delegierten wird heute nachmittags halb 6 Uhr im Saale Nr. 4. abgehalten. Del. Baker (übersetzt dies ins Englische). Del. James Loewe (spricht englisch). Präs. Dr. Herzl (antwortet englisch. — Deutsch fortfahrend): Das Schauturnen der jüdischen Turnerschaft des Verbandes der jüdischen Turnvereine findet heute nachmittag Punkt 2 Uhr 30 Minuten in der Burgvogtei, Rebgasse 12, statt. Die jüdische Turnerschaft ladet hiezu die Teilnehmer des Kongresses ein, wobei ich bemerke, dass wir diese Veranstaltung für so ausserordentlich wichtig und interessant halten, dass wir die Beratung unseres Kongresses mit Rücksicht darauf erst um 4 Uhr wieder eröffnen werden. (Beifall.) Ferner habe ich noch eine Mitteilung künstlerischen Inhaltes zu machen. Unser Mitglied Bildhauer Beer hat dem Kongresse seine Statue „Höre Israel" zur Besichtigung geschickt. Diese Statue ist den Delegierten im Saale Nr. 2 zugänglich. Das goldene Buch ist zur Besichtigung im Saale Nr. 4 aufgelegt. Jetzt gebe ich nur zu einer tatsächlichen Bemerkung noch das Wort Herrn Dr. Nobel. Del. Dr. Nobel: Geehrte Versammlung! Es ist erfreulich, dass zwischen der Rede des Herrn Z a n g w i 11 und der Erklärung, die ich jetzt hier abzugeben habe, einige Zeit verstrichen ist, so dass sich meine eigene und die Aufregung meiner Gesinnungsgenossen inzwischen genügend gelegt hat, um in eine sachgemässe Behandlung der Frage einzutreten, die meine Erklärung betrifft. Geehrter Kongress! Ich hatte die Ehre, gestern auseinanderzusetzen, dass nach Auffassung der Fraktion, die ich hier vertrete, der ganze Aufbau unserer einheitlichen Bewegung darauf beruht, dass die Besprechung von religiösen Problemen hier vermieden werde, dass nichts hier gesagt werden kann, was irgend etwas verletzt, was auch nur Einem, viel weniger also einer grossen Fraktion innerhalb dieses Saales heilig ist. Herr Z a n g w i 11 hat als Künstler und Schriftsteller gewiss grosse Freiheiten. Aber, geehrter Kongress, wenn ihm auch als Humoristen das Recht zusteht, uns in eine Stimmung zu versetzen, in der wir sozusagen mit einem Auge weinen und mit dem andern lachen, so steht ihm doch nicht das Recht zu, eine grosse Fraktion dieses Saales in eine Stimmung zu versetzen, in der wir mit beiden Augen zu weinen bereit waren. (Unruhe.) Ich glaube, dass wenn Herr Z a n g w i 11 wüsste, was uns der Name Jochanan ben Sakkai bedeutet, er es vermieden haben würde, um einiger eleganter Redewendungen willen hier eine grosse Fraktion durch seine Worte zu verletzen. (Beifall und Zischen.) Ich füge hinzu, dass nach einer persönlichen Aussprache, die ich die Ehre hatte soeben mit Herrn Z a n g w i 11 zu pflegen, er mir erklärte, dass er in keiner Weise die religiösen Gefühle verletzen wollte. (Lebhafte Rufe: Das wissen wir! — Was wollen Sie also? — Andauernder Lärm.) Ich aber musste ihm darauf antworten, dass ich dazu berufen bin, die Auffassung zu vertreten, die eben die Fraktion von seinen Worten hatte. Herr Z a n g w i 11 selbst wird dazu berufen sein, wenn es ihm gut erscheint, seine Worte anders auszulegen. (Lebhafte Schluss- und Protestrufe.) Präs. Dr. Herzl: Ich möchte den Herrn Dr. Nobel ersuchen, sich auf die Abgabe einer Erklärung zu beschränken, und es dem Mr. Z a n g - will zu überlassen, was er zu tun für gut befindet. Del. Dr. Nobel (fortfahrend): Geehrter Kongress! Ich bin genötigt, kurz zu sprechen und behalte mir vor, in der Diskussion, die auf die Rede Z a n g w i 11 s erfolgen wird, eventuell nochmals das Wort zu ergreifen. Das, wogegen ich protestiere, ist mit einem Worte die Behandlung, welche

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