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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 139

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 139 (sequence 140)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1983-3478121
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— 139 Aber ob sie nun helfen, Emigranten weiter zn befördern oder sie in kleinen Kolonien sesshaft zu machen, es ist nicht unsere Aufgabe, mit denselben gemeinsame Sache zu machen, wenngleich es wahrscheinlich ihre Aufgabe ist, mit uns gemeinsame. Sache zu machen, da ich überzeugt bin, dass wenigstens ein Teil ihrer Fonds und Tätigkeit wirksamer verwertet würde, wenn sie im Sinne unserer Bewegung angewendet würden. Es wäre verhängnisvoll, wenn wir. um ein ungeduldiges Verlangen nach einem Beweis unserer Aktualität zu befriedigen, unseren grossen Gedanken fallen Messen und uns zu Rivalen jener stümperhaften Vereinigungen machen würden, welche die jüdische .Frage der Nachwelt nicht viel anders überliefern würden, als wir sie von unseren Vorfahren erhalten hatten. Staatsmänner dürfen wie die Xatur mit einem einzelnen Leben nicht zu zart verfahren; sie müssen der Gattung dienen. Es verlohnt der Mühe, den Judenschmerz, den Schmerz von 1900 Jahren, eher etwas länger andauern zu lassen als uns von unseren langsamen Massnahmen, die auf eine radikale Kur gerichtet sind, abzuwenden und die Quacksalbereien einer sentimentalen Philanthropie in Anwendung zu bringen. AVenn wir bedenken, dass die Hälfte unseres Volkes innerhalb der russischen Grenzpfähle zusammengepfercht ist, dass es ihm verboten ist, sich im Verhältnis zur natürlichen Vermehrung der Bevölkerung auf dem Gebiete der Industrie und der Landwirtschaft zu entfalten, wird es uns sofort klar, dass die Armut und die Leiden nach einem unerbittlichen Gesetz rapider anwachsen müssen als das Wirken der Wohltätigkeitsanstalten. Nur Politik kann ein politisches Problem lösen. Sogar die Schadenrechnung für Ivischenew erscheint einem kaltblütigen wirtschaftlichen Analytiker nicht als die Sache des Zionismus. Wir haben nicht die Verantwortung auf unserm Gewissen, es versucht zu haben, die Juden in Russland zurückzuhalten. Seit sieben Jahren verlangen wir, dass unseren unglücklichen Brüdern eine Zufluchtsstätte gewährt werde. Wir sind hier, um Kischenews zu verhindern, nicht dieselben zu heilen. (Stürmischer Beifall.) Wir können selbst in hysterischsten Momenten uns nicht von einer Aufgabe abwendig machen, welche unsere ganze Energie und alle unsere Mittel, ja sogar mehr als alle unsere Mittel benötigt. Aber selbst das Herz des kaltblütigen Analytikers würde über den Verstand die Oberhand gewinnen, wären wir die einzige jüdische Organisation. Glücklicherweise gibt es nicht nur den Zionismus, sondern auch die Wohltätigkeitsinstitutionen. (Stürmischer, sich wiederholt erneuernder Beifall und Händeklatschen. — Redner wird vielseitig beglückwünscht. ) Präs. Dr. Herzl: Es wurde der Wunsch geäussert, die Rede Rede unseres Freundes Z a n g w i 11 auch ins Russische zu übersetzen. Ich glaube aber nicht, dass die kurze Zeit unseres Kongresses dazu ausreicht. Es wird jedoch zweifellos in kürzester Zeit eine Publikation dieser Rede in russischer Sprache erfolgen.

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