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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 140

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 140 (sequence 141)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1984-3478122
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Zur Geschäftsordnung hat sich Herr Dr. Nossig gemeldet. Del. Dr. Nossig: Ich wollte mir nur die Frage an das Präsidium erlauben, ob es gestattet ist, zur Frage „Zionismus und Wohltätigkeitsanstalten" jetzt das Wort zu ergreifen. Präs. Dr. Herzl: Gewiss, es wird eine Diskussion darüber geführt werden, aber nicht jetzt. Wir müssen uns mit unserer Tagesordnung helfen, wie es geht. Auch Herr Sokolow kann jetzt sein Referat nicht halten, weil wir mit verschiedenen anderen Umständen rechnen müssen. Ich mache nur eine Ausnahme für Herrn Dr.'Elias aus Mühlhausen, der sich seit längerer Zeit dazu gemeldet hat und verreisen muss. Die Diskussion wird sich anschliessen an die Ausführung des Herrn Sokolow. Wenn Sie das Wort wünschen, bitte ich, sich gleich eintragen zu lassen. Del. Dr. Nossig: Wird das Referat des Herrn Dr. Franz Oppenheimer stattfinden oder nicht? Präs. Dr. Herzl: Ja, ich hoffe morgen, zu Beginn der Vormittagssitzung. Jetzt hat das Wort Herr Dr. Elias. Del. Dr. Kornhäuser: Ich bitte ums Wort zur Geschäftsordnung. Präs. Dr. Herzl: Ich habe bereits dem Herrn Dr. Elias das Wort erteilt und kann jetzt niemandem mehr das Wort geben. Del. Dr. Elias: Ich möchte an die Mitteilungen anknüpfen, die unser verehrter Führer Herr Dr. Herzl gemacht hat. Nach Dr. Herzl hat die Ica erklärt, dass sie bereit ist, in einer , noch zu bestimmenden Weise mit uns zu wirken. Ich muss erklären, dass ich, so lange nicht Taten auf die Worte folgen, den Erklärungen der Ica skeptisch gegenüber stehe. Ich glaube nicht, dass wir jemals oder bis auf weiteres oder ohne grosse Schwierigkeiten mit den jetzigen Leitern der Ica und der Alliance ein gemeinsames Programm zur Hebung der Judennot entwerfen und zur Ausführung bringen werden. Denn unsere Anschauungen von der Judenfrage und deren Lösung differieren viel zu sehr mit den ihrigen. Sie stehen auf dem Standpunkte, dass die Leiden der Juden durch die Tatsache zu erklären seien, dass sie sich nicht schnell oder intensiv genug assimilieren. Wir glauben, dass die Ursache der Judennot in der abnormen Stellung zu suchen ist, welche die Juden als Volk einnehmen. Nach ihrer Ueberzeugung haben wir zu viele, nach unserer zu wenig nationale Attribute. Und wie wir über die Ursachen der Judennot differenzieren, sind wir auch über die Mittel nicht einig, dieselbe zu heben. Sie sehen die Lösung der Judenfrage in der Assimilation, in dem Aufgeben aller unserer nationalen Eigentümlichkeiten, wir in der Regeneration auf nationaler Grundlage, in der möglichsten Pflege und Hebung der Eigenschaften, die uns zum Volke stempeln. Unsere Politik ist eine nationale, die ihrige eine internationale. Der von uns eingeschlagene Weg ist ein gangbarer. Ob er zum Ziele führen wird, darüber wird die Zukunft und die Geschichte entscheiden. Ueber ihre Hoffnungen und ihre Wege ist bereits entschieden. Ein Volk darf nicht'die Hoffnung auf die eigene Zukunft aufgeben, wie ein einzelnes Individuum hat es Pflichten gegen sich selbst. Die Assimilation ist aus Gründen der Völkermoral zu verurteilen, sie ist auch unmöglich; den Beweis dafür hat die Ica selbst geliefert, und die Alliance. Man kann sagen, dass die philanthropischen Gesellschaften alles getan haben, um die Assimilation durchzusetzen, und man kann hinzufügen, dass alle diese Mittel bis jetzt ein Resultat nicht gezeitigt haben. Sie haben es mit der Zerstreuung versucht, sie haben es dadurch versucht, dass sie für uns eine andere Kultur einimpften, sie haben es dadurch versucht, dass sie für uns andere Erwerbsformen suchten. Sie haben es durch eine eigentümliche Art der Kolonisierung versucht. Mit der Zerstreuung haben sie keinen Erfolg gehabt. Sie haben sich auf den Standpunkt gestellt.

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