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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 138

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 138 (sequence 139)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1982-3478120
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— 138 — zu dienen, besonders da das Gedankenleben der Menschheit mit der Zeit sich immer erweiterte. So erklärt sich der Verlust von Männern wie Spinoza, welcher, den Boden der religiösen Plattform verlassend, sich ausserhalb der Grenzen des Judentums sah, während im eigenen Lande solche Männer in Zukunft, wenn sie auch exkomaminiziert würden, sieh immer noch unter Brüdern befinden würden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Da weder Geburt noch Heirat heute präzise feststellen, wer Jude ist und wer nicht, ist der Chronikeur des Judentums auf den Nachweis angewiesen, dass der Mann unter Juden begraben wurde. Wir machen unsere Volkszählung auf den Friedhöfen. (Lebhafter Beifall.) Aber der Xachweis des Judentums soll nicht durch den Tod, sondern durch das Leben geschehen (Stürmischer Beifall), wie ein Mensch lebt und nicht, wie er begraben ist. Der ISTichtjude Zola, dessen Tod wir seit dem letzten Kongress beklagen, war mehr Jude als so mancher geborene, verheiratete und begrabene Hebräer. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es liegt auf der Hand, dass die wirtschaftliche Zergliederung der Nach teile der Heimatlosigkeit, welche ich nun zu Ende führen will, sich auf unsere Stellung nicht nur als Volk ohne unser angestammtes Land, sondern als Volk überhaupt ohne Heimat sich bezieht. Und obschon kein anderes Land mit Palästina, dem Ziel unserer Bestrebungen, wetteifern kann, gibt es doch keinen Ort unter der Sonne, welcher, wenn er nur jüdisch wäre, nicht schliesslich alle die physischen und geistigen Uebel, welche ich aufgezählt habe, wieder gut machen könnte. Der Geist ist mehr als der Boden und die jüdische Seele kann ihr Palästina überall schaffen, ohne notwendigerweise den geschichtlichen Anspruch auf das heilige Land dadurch aufzugeben. Es verstellt sich von selbst, dass, wenn ich sage, dass diese Uebel wieder ganz gut gemacht würden, ich eine abstrakte Behauptung aufstelle, welche in der realen Welt eine Aenderung insofern erfahren würde, als ja verschiedene Gruppen unseres Volkes immer irgendwo anders angesiedelt bleiben werden. Aber auch die Last dieser letzteren würde bedeutend reduziert und deren Würde erhöht werden durch das Vorhandensein einer vaterländischen Zentrale. Selbst in unserm Palästina, neu oder alt, würden gewisse Uebel stände selbstverständlich bestehen bleiben. Es wären dies die Uebelstände, welche ich bereits als allen Völkern eigen hervorgehoben habe, obwohl, wie ich bereits eingangs gesagt, wir hoffen dürfen, auch diese auf ein Minimum zu reduzieren. Denjenigen Institutionen, die mit diesen Uebelständen schon jetzt in den Ländern unseres Exils aufzuräumen suchen, wissen wir Dank. Jenen Stümpern, welche sich an dem Werke, das wir auf einer grossen politischen Ba-sis anstreben, versuchen, stehen wir nicht antipathiseh gegenüber, insolange sie in Fällen von Bedrängnis tatsächlich Gutes leisten rmd nicht unseren Plänen bewnsst direkt entgegen arbeiten.

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