Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 137)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 136 — da? Oesetz achtenden Volkes auf unserm eigenen Grund und Boden. Gerade so wie Schmutz nichts ist als ein Stoff an unrichtiger Stelle, gerade so werden gewisse jüdische Laster in einem jüdischen Milieu zu jüdischen Tugenden. Desgleichen würden alle jene Wohltätigkeitsakte jüdischer Millionäre, welche das Resultat der Assimilation sind — wie z. B. Mister Moselwelcher für England industrielle und Erzieh Imgskommissionen, und Herr Pulitzer, der in New-York Journalistenschulen erhält, während das eigene Volk dieser Männer sich unter Schmerzen windet (Hört! Hört!) — alle diese Wohltätigkeitsakte würden naturgemäss unserm eigenen Volke zu gute, kommen. In den Berichte]! der Einwandenmgskommissionen werden diese von den Fremden gestifteter Wohltaten nie erwähnt. Die vielhundertjährige Arbeit der Juden, welche dahin zielte, Städte und Staaten aufzubauen, wobei der Jude im Endresultate nicht einmal einen Vorteil für sich selbst errang, zeigt, wie in der Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung gerade der Jude die Rolle des Christen spielt. Da Millionen Juden noch immer den Sabbat halten, ist der doppelte Ruhetag gleichfalls eine der Gestalten, in welcher sie die 80 Sehekel zahlen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aus den Kosten des Sabbat könnten wir fast einen Staat erbauen. Dabei habe ich ganz von den tragischen Folgen jenes .höchsten Opfers abgesehen, welches man den Juden dadurch auferlegt, dass man sie in einem fremden Milieu auf einige wenige Berufsarten beschränkt. Bedenken Sie ferner, welche wirtschaftliche Vergeudung in. den dem ewigen Juden aufgedrungenen Wanderungen steckt. Unsere Reisespesen sind grösser als diejenigen irgend einer anderen Xation. (Sehr richtig!) Obwohl ohne Flotte, beschäftigen wir vom Anfang des Jahres bis zum Ende doch eine Flotte von Schiffen, welche für eine jüdische Seemacht ausreichen würde. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Was eine jüdische Armee betrifft, so ist ja eine solche unter die Heere der Welt verteilt, für deren jedes wir unser Blut vergiessen. Das hindert aber nicht, dass wir noch obendrein mit dem Rischus jedes einzelnen Landes zu kämpfen haben. Hiezu kommen die Schadenersatzrechnungen, zu deren Zahlung man immer an uns herantritt. Denn wenn wir auch in verschieden;^ Ländern in Gruppen zerstreut leben, so haben wir doch überall 'Le Vgtpflichtung für die Gesamtheit. Militärisch ausgedrückt: Wir haben eine Grenze zu verteidigen, die endlos ist. Dann gibt es auch politische Kämpfe, welche wir in den verschiedenen Ländern für unsere Menschenrechte führen müssen. Und die Ironie dieses unseres Kampfes liegt darin, dass er vom Beginn an hoffnungslos ist. Die Buren kämpften für ihr Burentum und ein Sieg hätte ihre nationale Eigentümlichkeit gewahrt. Aber bei den Juden läuft der Erfolg der Zulassung zu allen Privilegien der Engländer, Franzosen und Deutschen nur darauf hinaus, ihre nationalen Eigentümlichkeiten auszulöschen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist also das. Spiel von