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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 134

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 134 (sequence 135)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1978-3478116
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Kiepe. Porzellan verkauft und mit jeder weiteren abgesetzten Kiepe den Profit steigen sieht. Nun träumt er sich in seine glückliche Vision so tief hinein, dass er zu dem Punkte gelangt, wo er im Besitze eines herrlichen Palastes und vieler minderschöner Houris, mit seiner Favoritin, des Sultans Tochter, zankt und indem er ihr einen Stoss versetzt, auch die Kiepe umstürzt, die alle seine Träume von Keichtum und Euhm enthält. (Sehr gut! Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Von einem volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte aus bedeutet selbst ein Teil unserer religiösen Treugläubigkeit, die ja die Kultur der Frommen ist, ebenfalls eine Einbusse an Kraft, wie hoch der sittliche Wert einer solchen auch angeschlagen werden mag. Wenn man Kindern, die in einem jüdischen Lande selbstverständlich hebräisch schon lallen würden, künstlich die hebräische Sprache beibringt, so heisst das, den Menschen überbürden. Tatsächlich kann all dieses exotische Treiben im Judentum volkswirtschaftlich durch die Versorgung von Sträflingen oder Spitalkranken mit kascherer Nahrung bezeichnet werden. Auf einem jüdischen Boden würde die Nahrung selbstverständlich kaschir sein. Unsere Kulturarbeit ist wie das Kaschir ein-künstliches Produkt in einem Milieu, das von Natur sehr trefa ist. Hier tritt uns die offenbarste Schwierigkeit entgegen, jüdisch-kulturelle Milieus an Orten zu schaffen, wo nur eine Minderheit der Einwohner jüdisch ist. Es ist dies umso schwieriger, da doch die Juden alle kulturellen und politischen Vorzüge der fremden Umgebung gemessen wollen. Demi dem Beispiele unserer israelitischen Halbbrüder, der Zigeuner, entgegen, leben wir nicht ausserhalb der Grenzen der zivilisierten Welt, sondern mitten in ihr. Es gibt in der Tat zahllose Juden, welchen der natürliche Gesichtspunkt durch das so lange Auf-dem-Kopfe-stehen so sehr abhanden gekommen ist, dass sie alles verkehrt sehen (Lebhafte Heiterkeit. — Beifall und Händeklatschen.), und wenn man ihnen sagt, dass sie auf den Füssen stehen sollen, wie Menschen, dann rufen sie aus: 0, wie unnatürlich! (Erneuerte lebhafte Heiterkeit.) Das sind die Leute, welche ihren natürlichen Standpunkt so weit eingebüsst haben, dass sie es eher als einen Vorzug für die Juden betrachten, dass diesen die Wahl unter so vielen Vaterländern freisteht, während sie scheinbar die Verantwortlichkeiten keines einzigen auf sich nehmen müssen. Das erinnert an eine talmudische Figur aus dem dritten Jahr-, hundert, an die des Jochanan bar Napacha, des Vorzüglichsten der Amoraim, welcher Vater und Mutter in seiner frühesten Kindheit verloren hatte und zu sagen pflegte, dass er für dieses Unglück eigentlich dankbar sein sollte, da es ihm ja nicht möglich, gewesen wäre, strikte die Pflichten kindlicher Liebe genau so, wie sie das Gesetz erfordert, zu erfüllen. (Beifall.) Oder gestatten Sie wohl, dass ich, da ich ja auf das Thema Wühltätigkeit angewiesen bin, das Argument, dass es besser ist, dass wir kein eigenes Land besitzen, da wir dann nichts zu verwalten

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