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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 133

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 133 (sequence 134)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1977-3478115
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— 133 — von Achren, die sich niemals auf dem Felde gewiegt, und für Früchte, die nie geblüht hatten. Die früheren Tempelopfer wurden durch Gebete ersetzt, aber nur zeitweilig, bis der Tempel wieder aufgebaut würde. Der Begriff tatsächlicher Schlachtopfer wurde durchaus nicht getilgt, nur wurden solche auf spätere Zeiten hinausgeschoben. Da es kein Gold besass, sollte Israel mit Papier bezahlen. Unbeschränkter Papierumsatz erzeugt aber bekanntlieh ungesunde Zustände und der Moment ist nun da, wo das Judentum eine gesunde Basis gewinnen muss, wenn es nicht Bankerott machen soll. (Beifall und Händeklatschen.) Das Verdienst Ben Sakkais ist es, dass er das Gebetbuch gleichsam palästinisiert und die Hoffnung auf einen heimatlichen Boden lebendig erhalten hat, allein das Judentum kann nicht ewig an dürren Blättern und Wirklichkeitshülsen zehren. Agrikultur wurde in Kultur umgesetzt. Diese archäologische Politik wird aber erst dann ihre Iiistorisehe Rechtfertigung erhalten, wenn wir wiederum Kultur in Agrikultur umgesetzt haben werden. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Sogar die hebräische Sprache, die doch wohl das Hauptorgan der .heutigen jüdischen Kultur bildet, würde unzweifelhaft künstlich werden müssen-— ausser da, wo sie, wie in Palästina, die wirkliche Umgangssprache ist — wenn nicht die hebräischen Journalisten sie durch das Hineintragen von Xeologismen wieder neu belebten. Hätte es ein Land gegeben, dessen Sprache die hebräische wäre, so würde sich diese von der der Bibel ebenso tief unterscheiden, wie die Sprache Byrons von Chaucer oder Schillers von der der mittelalterlichen Minnesänger. Klassisches Hebräisch sprechen bedeutet heute totes Hebräisch sprechen. (Lebhafte Zustimmung.) Im jetzigen Stadium des Zionismus kann die Kultur nur Treibhausblumen erzeugen, nicht aber solche, die sich im Freien entfalten. (Lebhafter Beifall und. Händeklatschen.) Wer dürfte wohl voraussagen, wie auf einem jüdischen Boden der ,,Buah Hakodesch" sich bewegen, Avas wohl die Bathkol verkünden wird? Vom volkswirtschaftlichen Standpunkte aus, und ich darf hier keinen andern Standpunkt berücksichtigen, möchte ich bemerken, dass es eine blosse Kräftevergeudung ist, wenn unsere Jugend eine Kultur schafft, welche durch die tiefgehenden Aenderungen. die die Erlangung eines jüdisch heimatlichen Bodens zeitigen würde, in kurzer Zeit veraltet sein müsste. Die Zersplitterung der Kräfte bedeutet sogar eine Schwächung des Bestrebens, eben diesen Boden zu erwerben, was doch am Ende die sicherste und rascheste Idee wäre, jene jüdische Kultur zu schaffen, nach der es sie so sehr drängt. Einen noch volkswirtschaftlichen Schaden erfahren wir, wenn unsere Kräfte in einem Kulturkämpfe einander geradezu entgegengestellt wären. Der Streit über die Kulturriehtung, welche auf dem heimatlichen Boden, den zu gewinnen wir erst streben müssen, vorherrschend werden soll — dieser Streit, der unsere Sache überhaupt gefährdet, erinnert mich an den armen Hausierer aus ./Pausend und einer Xacht4*. der in Gedanken seine erste

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