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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 131

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 131 (sequence 132)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1975-3478113
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— 131 — bevölkern, das grösste Ghetto bildend, das die Welt je gesehen. Die jüdischen Wohltätigkeitsemrichtungen Xew-Yorks -~ von all den Hirsch-Stiftungen und andern mehr abgesehen und die Kosten der Allst altsgebände nicht mitgerechnet — geben über 1 Million Dollars jährlich für ihre Armen aus und 90 Prozent dieser Ausgaben, fliessen den russischen, rumänischen und galizischen Juden zu. diedoch bei einem solchen jährlichen, volkswirtschaftlich planmässig angebrachten Kostenaufwand eine blühende Siedelung auf einem jüdischen Boden erlangen könnten. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Trotzdem hat der Zionismus, wenn wir die bereits erwähnten Grenzen im Auge behalten, für diese rüstig arbeitenden Institutionen nichts als Lob. Ich wünsche jedoch jetzt die allgemeine Aufmerksamkeit einer andern. Seite der Übeln Folgen der Heimatlosigkeit zuznlenken. Ich denke liier an diejenige amerikanische Gesellschaft, die nicht die Linderungphysischer Leiden zum Zwecke hat, sondern nur die kulturelle Förderung der Juden. Die jüdische Verlagsgesellschaft ist, genau genommen, keine Wohltätigkeitsanstalt. Da ihr jedoch Vermächtnisse und Gaben stets erwünscht sind, so beweist sie dadurch, dass sie ihre Tätigkeit als eine philanthropische betrachtet. Die amerikanischen Juden haben für das Studium ihrer eigenen jüdischen Literatur und Geschichte so wenig Sinn, dass sie erst künstlich dahin gebracht werden müssen, eine gewisse Kenntnis dieser Fächer zu erwerben, während sie ganz freiwillig ein viel grösseres Quantum amerikanischer und englischer Literatur in sieh aufnehmen. In einem jüdischen Staate würde jüdische Literatur eine natürliche Verbreitung und Anklang finden, der keiner künstlichen Förder img bedürfte. „Sehreiben Sie für mich keine Theaterstücke von jüdischer Färbung und jüdischem Geiste mehr," sagte der Direktor eines der ersten Theater Amerikas zu mir. „Machen Sie mir ein Stück, das den Juden zeigt, wie er leicht und frei in den höchsten amerikanischen Kreisen auftritt, und ich stehe Ihnen dafür, dass das Theater von Juden belagert sein wird. Kein Kruppgeschütz könnte sie dann fernhalten." (Lebhafte Heiterkeit.) In der Tat, wenn man den Artikel „Drama** in der jüdischen Encyklopädie durchgeht, so findet man, dass, obwohl alle Sprachen der Welt darin berücksichtigt worden sind. Hebräisch und Jüdisch nicht ausgenommen, für alle Zeiten und Epochen (> Seiten genügen, um einen ausreichenden Ueberblick über das Thema zu gewähren, während, der Artikel ,,Dreyfusa' beinahe 30 Seiten füllt. Dies ist für unsere Geschichte in der Tat bezeichnend. Die freie Entwicklung von Innen heraus unseres eigenen nationalen Geistes wurde gehemmt, während unsere Aufmerksamkeit sich meistens auf die Tragödien äussere!' Verfolgungen konzentrierte. Mir. dessen ganzes Leben in den Diensr der Kulturarbeit gestellt wurde und nicht zum geringsten Teil in den Dienst

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