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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1903-01-01 · 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903 · p. Seite 130

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
Date
1903-01-01
Page
Seite 130 (sequence 131)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476266--1974-3478112
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— 130 — wie lobenswert auch die Erfolge sein möchten, die im kleinen Stil etwa erreicht werden könnten. Die jüdischen Schulen Londons bieten ein grelles Beispiel derjenigen Mildtätigkeit, die auf jüdischem Boden einfach verschwinden würde. England bietet die nötigen Elemeiitar-Bildimgsmittel; die Juden jedoch müssen nebst den allgemeinen Schultaxen noch weitere philanthropische Abgaben für spezifisch jüdische Schulen entrichten. Der jüdischen Gemeindepolitik Londons fehlt es nun so sehr an Gedankenklarheit, dass sie öfter da eine spezifisch jüdische Taxe entrichtet, wo doch der Staat als solcher selbstverständlich die Kosten der jüdischen Erziehung tragen und in weiser Voraussicht solche Schulen auch mit jüdischen Lehrern versorgen würde; denn in manchen Stadtteilen werden die Schulen jüdisch aus dem einzigen Grunde, weil keine christlichen Kinder vorhanden sind, die sie besuchen könnten. Tatsächlich sind die jüdischen Schulen, die Dank den lokalen Umständen zu solchen geworden sind, fast ebenso zahlreich wie die, welche zielbewusste jüdische Mildtätigkeit gründet, während viel mehr jüdische Kinder in allgemeinen Volksschulen unterrichtet werden, als in freiwillig gegründeten spezifisch jüdischen zu finden sind. LTns tritt sogar das seltsame Schauspiel entgegen, dass Schulen, die der Staat gänzlich erhält, lauter jüdische Lehrer und Kinder haben, während durch spezifisch jüdische Taxen erhaltene Schulen, die den Zweck haben, eine jüdische Atmosphäre zu verbreiten, zum Teil mit christlichen Lehrern besetzt sind. Zweifellos sollten diese jüdischen Volksschulen, die ein historisches Ueberbleibsel eines früheren weit engeren Ghettolebeiis darstellen, dem Staat übergeben und die für sie vorhandenen. Gelder für andere jüdische Mildtätigkeitswerke frei werden. Diese Betrachtungen jedoch gehören zu jenem Bilde jüdischer Wohltätigkeitsinstitutionen, jener Zersplitterung, die ich in diesem Vortrage uncrörtertlassen muss. Auch will ich nichts weiter als leise andeuten, wie viel von der Kraft unseres Board of Guardiäns (Erziehungscomites) und anderer Mildtätigkeitsstiftungen für die Immigrationsprobleme vergeudet werden, die doch nur dem Mangel an eigenem Boden entspringen. Wenn wir nun von England absehen und uns Amerika zuwenden, so finden wir, dass ein unvergleichlich grösseres Quantum philanthropischer Tätigkeit erspart werden könnte, wenn die amerikanischen Juden nicht an die vielen Probleme herantreten müssten, die durch den ungeheuren Strom missgeleiteter Immigration so grausam und unnötig über sie herrauscht. So ist z. B. die Tätigkeit des Bne-brith-Ordens zum grössten Teil in äussere Politik und Immigrationsproblem aufgegangen. In der Tat bildet das Immigrationsproblem das eigentliche "Wohltätigkeitsproblem in NeAv-York. 50 000 Juden landeten im Laufe der vorigen Jahre in Xew-York, von denen 70 Prozent daselbst sich niederiiessen. Sie Hessen sich in einer Stadt nieder, wo bereits 600 000 Juden wohnten, von denen 300 000 eine einzige englische Quadratmeile

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