Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 126)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Homer 1× ep/1025156
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DeL Zantjwill (mit grossem, anhalten dem Beifall und Händeklatschen begrübst) spricht englisch. Vizepräs. Dr. Nordau (mit stürmischem Beifall und Händeklatschen begrüsst): Geehrte Versammlung, ich bin gebeten, diesen Vortrag, den ich eben kennen gelernt and den ich hier nicht qualifizieren kann, weil ich das in diesem Augenblicke als nicht meines Amtes ansehe, Ihnen in deutscher TJebersetzung zugänglich zu machen. Ich hin bloss das Sprachrohr meines lieben grossen Freundes Z ang will. Sein Vortrag lautet: „Zionismus und Wohltätigkeitsanstalten". Eine nationale Bewegung wie die unsere muss wie ein: Mann fortschreiten, und nicht ein Mann wie eine nationale Bewegung. Ich wünsche jedoch selbst die Verantwortung für meine Folgerungen, die ich f ür das logische Ergebnis einer allgemeinen Uebersicht über zerstreute Erscheinungen halte, auf mich zu nehmen. Wir wissen, was Zionismus ist. Was aber sind Wohltätigkeitsanstalten? Wohltätigkeitsanstalten sind das äusserlich sichtbare Zeichen der Fehlerhaftigkeit eines sozialen Organismus. In einer vollkommenen Gesellschaft würden solche nicht existieren. Auch bei den jetzigen Verhältnissen gibt es in jeder gesellschaftlichen Organisation breite Schichten, wo solche nicht bestehen. In der Tat ist die Linie der Wohltätigkeit zugleich die untere Grenze der ihrer Würde sich bewussten Klassen. Die Anstrengungen der Sozialreformatoren sollten darauf gerichtet sein, nicht sowohl die Wohltätigkeitsarbeit auszubilden, als sie vielmehr unnötig zu machen. Wenn man in die ungeheuren Leiden des Judentums einen Einblick tut und bedenkt, dass die Juden eigentlich nach der Stufe ihrer Organisation tiefer stehen als selbst die Ameise oder die Biene, da sie weder einen Bienenkorb noch einen Ameisenbau besitzen, so möchte man fast alles Unglück der Juden eben diesem Mangel eines eigenen Territoriums zuschreiben. Israel hat in der Geschichte stets den Odysseus dargestellt und Homer gibt uns über diesen Punkt die Meinung des Odysseus wieder: ..Der erfindungsreiche Odysseus antwortete sodann: Nichts kann einer menschlichen Easse so viel Unglück bringen, als Mangel an Heimatsland und stetes Wandern von Ort zu Ort." Wenn wir aber bedenken, dass wir selbst in Ländern wie Frankreich oder Amerika doch überall „die Armen bei uns haben", so ist es klar, dass wir, um die Bilanz herzustellen, inwiefern die Schuld all dieser Leiden des Judentums dem Fehlen an eigenem Boden zugeschrieben werden kann, die allgemeinen Uebel erst sorgfältig von der Beehnung abziehen müssen, mit denen die Wohltätigkeitsarbeit sieh überall befasst: Uebel, welche noch kein Land aus seinem Organismus ganz hat ausrotten können. Ich für meinen Teil bin überzeugt, dass diese schwarzen Flecken, die allen zivilisierten Gesellschaften anhaften, wissenschaftlich rationell