Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 117)
- Language
- German, English, Hebrew
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- 116 — Erstens kann man ein Baron auch ohne Geld sein, d. h. man muss nicht selbst reich sein und kann doch die Gelder der Ica eventuell gewinnen können. (Unruhe.) Dr. Uerzl: Xein, Herr T r i e t s c Ii! (Zwischenrufe.) Vizepräs. Dr. Nordau: Ich bitte keine Unterbrechungen! Dr. Uerzl: Lassen Sie ihn mir! — Nim habe ich hier einen zweiten „Baron Hirsch ohne Geld4*' kennen gelernt. Die Herren wollen nämlich das, was Baron Hirsch mit Geld nicht machen konnte, ohne Geld machen. ( Heiterkeit.) Wir stehen also, wie Sie wissen, auf einem an deren Stau dpunkt. Del. Dr. Nossig: Sie sind auch eiirBaron Hirsch! Dr. Uerzl: Nem7 Herr Dr. Nossig. das ist eben Ihr Irrtum, und ich mindere mich, dass ein gescheiter Mann wie Sie das sagen kann. Ich sage nämlich : Das ist mit Geld überhaupt nicht zu machen, sondern nur mit der nationalen Idee! (Tosender Beifall und Händeklatschen. — Tüchersehwenken.) Del. Dr. Nossig: Wäre Dr. H e r z 1 nicht so wie wir ein Baron Hirsch ohne Geld, so würde er sich nicht jedesmal wenn es sich um die Realisierung eines zionistischen Projektes handelt, an die Ica wenden. (Hört!) Dr. Uerzl \ Herr Dr. Nossig! Sie glaubten mir jetzt etwas sehr unangenehmes zu sagen. Ich mache Sie aufmerksam, dass es ein wiederholt ausgesprochener Wunsch des Kongresses war, dass wir die philantropisehen Gesellschaften zu Helfern unseres Programmes machen. (Lebhafte Zustimmung.) Ich will Ihnen aber auch noch etwas anderes mitteilen, weil Sie wahrscheinlich geglaubt haben, dass Sie mich durch diesen Zwischenfall in die tödlichste Verlegenheit bringen werden. Ich will Ihnen nunmehr auch noch etwas mitteilen, was ich im Eröffnungsberichte nicht angebracht habe, weil ich mir gedacht habe, dass ich darauf als auf etwas nicht sehr Wichtiges in meiner Eröffnungsrede nicht zurückkommen soll, da wir ja aus der Sache schliesslich eine praktische Folgerung jetzt nicht ziehen konnten. Ich bin tatsächlich mit der Ica in Fühlung getreten, und zwar in diesem Jahre bei Gelegenheit des El-Arisch - Planes. Ich teile Ihnen weiters mit, dass ich bei den Herren vom Verwaltungsrate eine sachliche, verständige Aufnahme und eine durchaus nicht ablehnende Haltung gefunden. Ich habe mich mit ihnen in einer ganz vorzüglichen Weise ausgesprochen. Ich habe sie nicht zu unseren grösseren Ideen bekehrt und auch nicht bekehren wollen. Es ist, wie gesagt, zu keinem Beschlüsse gekommen, aber ich habe in. den Unterredungen mit den einzelnen und mit Gruppen die Ueberzeugung gewonnen, dass sie, wenn es uns gelingt, diese Basis zu schaffen, mit uns gehen werden in, einem noch zu bestimmenden Ausmasse. (Beifall.) Das ist nicht etwas, was mich irgendwie in Verlegenheit bringt. Ich mache dem. Kongress ein Vergnügen, indem ich ihm das mit-