Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 116)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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— 115 — nicht, dass sie Ihnen genügt hätte. Sie hätte Ihnen genügt, eben weil Sie kein politischer Zionist sind. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Nossig: Das bin ich! (Unruhe.) Vizepräs. Dr. Nordau: Ich bitte um Ruhe! Dr. Herzl: Ich will Ihnen aber auch das zugeben, Herr Dr. Nossig. Ich will Ihnen zugeben, dass Sie ebenfalls ein politischer Zionist sind und dass wir mir in der Methode differieren. Xun sind wir aber hier, in unserer ganzen langen Diskussion, die Sie gut kennen, weil Sie namentlich in gegnerischer Stellung an ihr teilgenommen haben, uns darüber klar geworden — und das war einer unserer Grundsätze — dass die Ansiedlimg ohne Sicherheiten nur so viel heisst, dass man Leute einem Ungewissen Schicksale preisgibt. (Zustimmung.) Wir haben die Versuche gesehen und wissen das. Sie predigen ja da keine "unbekannten Dinge. Es hat ja eine Ansiedlung im Kleinen, mit sehr grossen Mitteln, tatsächlich stattgefunden. Sie wissen ja darüber viel mehr als ich, Herr Dr. K o s s i g, da Sie eine Zeitschrift herausgeben, "welche sich mit diesen Kolonisationsfragen befasst. Wir sind nun der Ansicht, nach allem, was wir gesehen haben, nach einer langjährigen Tätigkeit dieser Kleinkolonisation, dass sie nie weiterführen kann, und dass wir uns daher nie dazu hergeben wollen, die Zeit dieses leidenden Volkes mit solchen Dingen zn verbrauchen, die wir für ganz hoffnungs- und aussichtslos halten. Und da erlauben Sie mir, dass ich aus diesem schweren Tone in einen leichtern übergehe. Das, was Sie da gesagt haben, hat mich sehr erinnert an ein Wort, das ich mir einmal erlaubt habe., über Herrn Trietsch zn gebrauchen — nnd bei dieser Gelegenheit komme ich auf einen der kleinen, vergifteten Pfeile zurück, die iri seiner gestrigen Rede waren. Er hat nämlich gesagt, ich hätte mich mit ihm eingelassen. Darunter verstand Herr Trietsch, dass ich ihn mit der Aufmerksamkeit und Höflichkeit, die ich jedem entgegenzubringen pflege, immer angehört habe. Del. Trietsch: Das meinte ich nicht! Dr. Herzl: Er sagte, ich hätte mich mit ihm eingelassen, weil ich glaubte, er hätte die Ica hinter sich. (Heiterkeit.) Das war ein kleiner, vergifteter Pfeil, der eine kleine Erinnerung hinterlässt: Er hat sich mit mir nur eingelassen — das wollte er sagen —■ weil er hinter mir Geldsäcke vermutete. Das war ein Irrtum. Ich wusste, dass Sie die Geldsäeke nicht hinter sich haben. (Heiterkeit und Beifall.) Sie werden es mir doch nicht verdenken, dass ich so eingehend mit Ihnen über Ihre interessanten Vorschläge gesprochen habe. Ich habe seinerzeit über Herrn Trietsch ein Wort gebraucht, das nicht beleidigend ist; ich habe gesagt: Herr Trietsch ist ein Baron Hirsch ohne Geld. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall.) Del. Trietsch: Aber das ist doch lächerlich! Dr. Herzl: Sie werden doch nicht etwas berichtigen wollen, was ich gesagt habe? Del. Trietsch: Es handelt sich um eine tatsächliche Berichtigung. 8*