Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 115)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 114: — und darüber war ich schon gestern gezwungen, Ihnen eine Antwort zu geben. Ich muss es heute wieder tun und zwar nicht mehr wegen Ihnen, sondern wegen Herrn Dr.' N* o s s i g. Herr Dr. IST o s s i g hat gefunden, dass ich hier eine Theaterszene aufgeführt habe. Ich muss es der Versammlung überlassen, zu entscheiden, wer von uns beiden theatralischer auftritt, Herr Dr. isTossig oder ich. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Jedenfalls kennt mich dieser K;ongress länger als Herrn Dr. X o s s i g, den wir heute zum erstenmale hier sehen. (Erneuerter Beifall und Händeklatschen.) Ich will nicht untersuchen, wie lange er unserer Organisation angehört. (Rufe: Seit sechs Wochen!) Denn ich bin der Ansieht des Herrn Dr. Reich, dass die neuen Zionisten nicht schlechter sind, wie die alten, und dass es unser werbender Gang hinaus in das Judentum sein muss, innner neue Zionisten zu bekommen und sie brüderlich aufzunehmen und ihnen nicht die Anciennetät unserer Ansichten anzurechnen, denn von demj .Tage\n, wo sie zu uns gekommen sind, gibt es keinen Unterschied zwischen uns. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Glauben Sie nicht, dass ich nach dem Beifalle lüstern bin *—■ so dankbar ich ihn fühle — und dass ich das Folgende nur sage, weil Herr Dr. Reich freundliche Worte über mich gesprochen hat. Aber wenn jemand hieher kommt mit Reserven aus einer anderen Anschauung, und sie hier in einer loyalen Weise zur Geltung bringt, so werde ich sehr dankbar sein für jede Mahnung und Kritik, die ich für sehr nützlich halte und die ich dem Kongresse wünsche, weil sie jedenfalls sein Xiveau erhöhen werden und weil es dann nicht aussieht, als ob wir alle nur einer Meinung sein müssten. Aber es ist ein Unterschied, Herr Dr. X o s s i g, wenn man erst seit kurzer Zeit einer Organisation angehört und in der Weise herkommt, wie Sie, Herr Dr. N ossig, es getan haben. Da muss ich mich fragen, ob Sie nicht hieher gekommen sind, um hier Einwendungen zu machen, mehr um Einwendungen zn machen (Stürmischer Beifall und Händeklatschen), als um sich anzuschliessen, weil die Publizität der Organe, über die Sie verfügen, Ihrem Publizitätsbedürfnis nicht genügt. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Dass Sie aber hieher gekommen sind, ohne sich uns angeschlossen zu haben, will ich nicht in der Form einer böswilligen Polemik, weil ich weiss, dass die Mehrheit der Versammlung mir vielleicht günstiger gestimmt ist als Ihnen, behaupten, sondern ich folgere das aus dem, was Sie hier heute auf dieser Tribüne gesagt haben. Sie haben gesagt, was uns wichtiger ist: Ansiedlung oder Charter. Unter dem Worte Charter begreifen wir, was wir in diesem Jahre hier so oft erörtert haben und worüber wir uns doch so klar geworden sind: die örfentlichrechtlichen Sicherheiten. Darunter verstehen wir die nationale Existenz in einer staatlichen Sicherung. Darunter verstehen wir das, was die dauernde Heimat bedeutet für dieses verfolgte-Volk, und Sie sagen, Ihnen hätte eine Ansiedlung genügt? Ja, daran zweifle ich ja