Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 113)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3476254-3476266--1956-3478094- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 112 — wollte auch nicht, dass eine Unternehmung, über deren gute Absicht die Regierung unterrichtet war, mit einem peinlichen Misserfolge ende und darin sind wir uns vollkommen begegnet. Wir haben die Expedition ausgeschickt, nicht nur, weil wir einer Forderung der beteiligten Regierungen entsprechen mussten, sondern auch aus einem eigenen Bedürfnisse, weil wir selbstverständlich eine Auswanderung und An Siedlung nicht nach einem Orte dirigieren konnten, über dessen Besiedelungsf ähigkeit wir nicht vollkommene Gewissheit hatten. Und das führt mich hinüber zu Herrn Dr. IST o s s i g\ Herr Dr. ]ST o s s i g — und ich bin bei dieser Gelegenheit leider auch gezwungen, wieder von Herrn T r i e t s c h zu sprechen, da Herr Dt. JST o s s i g gewissermassen als Genosse, sagen wir, um nicht zu sagen als Vollmachthaber des Herrn T r i e t s c h hier gesprochen hat — Herr Dr. ÜST o s s i g hat mit einer gewissen äusseren Gründlichkeit, die ich in mehreren seiner Arbeiten bereits wahrgenommen habe, uns sachliche Ratschläge gegeben. Er meint unter anderem, dass wir durch die Ansammlung von Regenwasser der Wassernot dieses Landstriches, die sogar ihm bekannt ist (Heiterkeit), abhelfen könnten. (Del. Doktor o s s i g: Ich bitte, ich habe nur gefragt.) Diese Frage, Herr Doktor N" o s s i g, war selbstverständlich eine der allerersten, die wir uns auch gestellt haben, und ich habe Ihnen nicht ohne Absicht mitgeteilt, welche ausgezeichneten Fachmänner, namentlich im Wasserwesen, wir dieser Kommission beigegeben haben, weil es doch selbstverständlich eine Hauptfrage ist, wenn man im Oriente kolonisieren will, wie es mit dem Wasser steht. Glauben Sie nicht, Herr Dr. o s s i g, dass wir so primitive Ratschläge brauchen. (Del. Dr. IST o s s i g: Es ist kein Rat!) Die jährliehe Wassermenge von El-Arisch wird Herr Architekt -M a r m o r e k, der mit war, uns vielleicht rasch heraussuchen, jedenfalls ist sie eine auffallend geringe, und wir könnten, wenn ich mich aus den verschiedenen Berichten, die ich gelesen habe, und die eine ganze Literatur bilden, recht erinnere, nur durch einige Stunden im Jahre, auf Regenwasser rechnen. Dennoch wäre es durch Stauungen und Wasserwerke, durch eine allmähliche, sehr komplizierte, sehr kostspielige Wasserbauarbeit nicht ausgeschlossen gewesen, in Wadi El-Arisch, das mit dem jSTiltale eine gewisse Aehnlichkeit hat, nur dass Wadi El-Arisch im Verhältnisse zum Eiltale ein dünner Faden ist, etwas zu machen, durch Errichtung von Talsperren, durch Dämane, für welche wir ein ganzes Projekt hatten, die in dem Berichte unseres Expeditionsmitgliedes Stephens inexpensive dams genannt worden sind, und die auf eine Entfernung von 15 Meilen von El-Arisch den Fluss herauf errichtet werden sollten, aber es war unmöglich, damit anzufangen, und als eine Basis der Ansiedlung, als die unentbehrliche Basis derselben, war daher von uns die pemsinische Ebene erkannt worden, die sieh zwischen dem Suezkanal und dem See befindet. Die eigentümliche Beschaffenheit dieser pelusinischen Ebene hätte es aber erfordert, dass