Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 109)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 108 jüdischen Gemeinden einen Unterschied zu machen haben in der Arbeit, je nachdem, ob wir in West- oder Osteuropa leben. Er glaubte, dass die westeuropäischen Gemeinden für den Zionismus schwer zu erringen sein werden. Ich teile diese Ansicht nicht. Ich glaube, die westeuropäischen Gemeinden .... Vizepräs. Dr. Nprdau: Ich bitte zur Sache zu sprechen. Ich kann nicht zugeben, dass Bemerkungen, die in meiner Rede enthalten sind, mit dem Generalberichte des A.-C. irgendwie in sichtbarem Zusammenhange stehen. Rabb. Reich: Ich bleibe im Generalberichte. Um die Gemeinden zu gewinnen, ist es vor allem notwendig, die Seelsorger der Gemeinden zu gewinnen, und um diese zu gewinnen, ist es notwendig, dass wir einer sehr grossen Fraktion im Judentum freundlich entgegenkommen. Es ist dies die Orthodoxie, welche in Ungarn allein 600 000 Seelen zählt, die Gott erhalten möge. Diese Fraktion hat den Anspruch, von dem Zionistenkongresse freundlich bedacht zu werden. Die Zionisten haben eine sehr grosse Arbeit geleistet, indem sie das Assimilantentum vollständig zugrunde gerichtet haben. Das ist eine Arbeit, die aller Anerkennung wert ist, und wodurch sich die Zionisten für die Ewigkeit in die Geschichte des Judentums eingezeichnet haben. (Beifall.) Aber vergessen wir nicht, wir brauchen nur ein wenig zurückblicken, der Zionismus hätte diese Arbeit nicht verrichten können, wenn nicht die Orthodoxie vor einem halben Jahrhundert dem Zionismus vorgearbeitet hätte. (Lebhafter Beifall und Widerspruch. — Rufe: das Gegenteil ist der Fall! zur Sache!) Wenn vor einem halben Jahrhundert der selige Samson Rafael Hirsch und der selige Dr. Israel Hildesheimer (Rufe: Zur Sache!) nicht gewesen wären, dann hätte der Zionismus und die Zionisten..... Vizepräs. Dr. Nprdau: Herr Rabbiner Reich, das Präsidium urteilt, dass Ihre Rede, so sympathisch sie die Delegierten berühren mag, nicht zur Sache gehört; sie gehört zu einem anderen Punkte der Tagesordnung^ zur Agitation. Rabb. Reich: Ich beuge mich sehr gerne der weisen Anordnung unseres Vorsitzenden. (Schlussrufe und Rufe: Ihre Zeit ist schon lange vorbei!) Vizepräs. Dr. Nordau: Auch ist Ihre Zeit schon abgelaufen. Rabb. Reich: Ich werde mir erlauben, bei der Organisation weiter darüber zu sprechen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dr. Herd: Geehrter Kongress! Ich. möchte im Namen des A.-C. auf die Bemerkungen antworten, die von den Delegierten in dieser Diskussion über den Rechenschaftsbericht vorgebracht worden sind. Ich kann nicht auf alle vorgebrachten Bemerkungen eingehen, erlauben Sie mir nur, dass ich hauptsächlich auf diejenigen Punkte eingehe, über welche gewisse Fragen an das A.-C. gestellt wurden; zwar werde ich die Beantwortung nicht in derselben Reihenfolge geben, in der die Fragen gestellt wurden. Zunächst die Frage des Rechtsanwaltes Rosenbaum, warum die verschiedenen Gruppierungen und Klassierungen des Zionismus im Rechenschaftsberichte nicht erwähnt sind, warum nicht von den Arbeitern, Studenten, Misrachi usw. gesprochen wird. Im Berieht des A.-C. waren wir selbstverständlich auf die Berichte unserer Landes- Comites angewiesen und nach Massgabe der Mitteilungen, die sich in den Berichten der Landes-Comites gefunden haben, wurde das heraus-