Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 108)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 107. — Erez Isroel sein. Sollte das nicht der Fall sein, so wäre es eine grobe Unterlassung. Wir aber müssen unsere Brüder, die sich in Erez Isroel bereits vereinigt haben, begrüssen. (Beifall.) Herr Pasmanik hat ausgeführt, dass auf den hier erscheinenden Exemplaren der „Welt'' die zwei Worte „in Palästina'4 bei unserem Programme fehlen. Ich frage: warum? Ist das nur ein Zufall? (Langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Diese Frage muss in den Schlussworten Dr. H e r z 1 s offen und klar beantwortet werden. Es muss heissen: „öffentlich-rechtliche Heimstätte in Palästina". (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Rabb. W. Reich: Hochgeehrte Versammlung! Einer meiner Herren Vorredner hat sehr richtig bemerkt, dass er wohl selbst nicht aufgeregt sei, dass er aber bemerke, der Kongress sei aufgeregt. Ich möchte mir erlauben, diese Bemerkung dahin zu variieren: Ich bin wohl nicht ermüdet, es scheint aber, dass der Kongress bereits ermüdet sei, von einem Gegenstande, der eigentlich gegenwärtig, oder sagen wir besser: momentan, behandelt werden sollte. Ich glaube, dass wir der Würde des Kongresses besonders dann entsprechen, Venn wir uns genau an die Tagesordnung halten und strikte darnach vorgehen, was jetzt zu besprechen ist. Der Herr Vorsitzende hat abermals und abermals betont, dass die ostafrikanische Frage heute .nicht auf der Tagesordnung steht, dass Vorgänge persönlicher Natur, die bereits abgeschlossen sind, nicht nochmals von der Tribüne vorgebracht werden sollen. Ich verstehe die Tagesordnung so, dass wir unsere Ansichten aussprechen sollen, über die gehörte Berichterstattung des A.-C, d. h. mit anderen Worten über das, was von den Führern des Zionismus und von dem hiezu eingesetzten A.-C. bisher geleistet worden ist. Wenn nur. wohl die Zeit dazu da ist, auf dem Kongresse Kritik zu üben, so darf diese Kritik doch nicht auf andere Gegenstände übergehen, die mit der Berichterstattung selbst nicht in wirklichem Zusammenhange stehen. Ich habe den Antrag einer Dame hier gehört, welcher eigentlich alles zusammenfasste, was unsere Herzen gegenwärtig bewegen sollte. Diese Dame, Frau Prof. G o 11 h e i 1, hat in kurzen Worten gesagt, es sei unsere Aufgabe, darüber schlüssig zu werden, dass wir unserm hochverehrten Führer Herrn Dr. Her zl und seinen Mitarbeitern unsere Zustimmung zu ihrer bisherigen Handlungsweise aussprechen. (Lebhafter Beifall.) Ich bin überzeugt, wenn der Herr Präsident sofort nach diesem Antrage zur Abstimmung geschritten wäre, es hätten sich gewiss alle Hände erhoben, um den Verdiensten unserer Führer die Anerkennung auszudrücken. Ich bin ein neu eingetretener Zionist. Ich glaube, dass das vor Ihnen nicht etwa ein Fehler sein wird. Im Gegenteil, Sie rechnen ja auf neu eingetretene Zionisten. Als neu eingetretener Zionist gehöre ich zugleich einem Berufe an, der immerhin auch seine Bedeutung behalten wird, wenn der Zionismus als Sieger hervorgehen wird. Ich gehöre dem Berufe der Seelsorger im Judentume an. Auch Berufsgenossen des Seelsorgerstandes können ja verschiedener Ansicht sein, und ich erkläre Ihnen, dass ich nach meiner ganzen Vergangenheit als Seelsorger der orthodoxen Richtung angehört habe. (Rufe: Zur Sache!) Sie werden sich überzeugen, dass das alles zur Sache gehört. Ich habe in meiner Eigenschaft als neu eingetretener Zionist und als Rabbiner, und als orthodoxer Rabbiner, Ihnen zum Gegenstande der Berichterstattung sehr Wichtiges mitzuteilen. Wir alle haben aus dem Munde der Berichterstatter gehört — wenn es auch nur kurz gestreift worden ist,, ist' es dann von unserm ausgezeichneten Redner Herrn Dr. Nordau ausführlich behandelt worden — was als nächste Aufgabe, als unsere zukünftige Tätigkeit angesehen werden muss: die Gewinnung der jüdischen Gemeinden. Bei dieser Auseinandersetzung hat Herr Dr. Nordau heute die Bemerkung gemacht, dass wir bei der Gewinnung der