Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 6 (1903) Basel, 23. bis 28. August 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 106)
- Language
- German, English, Hebrew
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—. 105 — Ich komme jetzt auf eine andere Sache. Mag auch der Herr Vorsitzende protestieren, dass sie schon erledigt ist, sie ist nicht erledigt. Es ist zum erstenmal der Moment da, wo wir wie Kolumbus rufen können: Land! Mag es auch ein Umweg sein, wir spüren aber Land unter unseren Füssen. Wir stehen auf einem Wendepunkte in unserer ganzen Geschichte. Und in einem solchen Augenblicke kommen Leute mit ihren persönlichen Geschichten und verletzen die Würde des Kongresses durch ihre persönlichen Anfeindungen. (Lebhafter Beifall und Widerspruch.) Ich protestiere im Namen meiner Wähler dagegen. Die Leute hatten in verschiedenen Privatversammlungen Zeit und Gelegenheit genug dazu. Sie hatten Zeit zu Pamphleten in der Presse, wozu kommen sie hieher? (Stürmischer Beifall und lebhafter Widerspruch.) Man sagt von Napoleon L, es habe ihn ein gewöhnlicher General auf der Insel St. Helena beschimpft. Darauf habe ihm Napoleon erwidert: „Lieber Mann, dein Schicksal ist beneidenswert, denn die Geschichte wird von dir erzählen, dass du Napoleon beschimpft hast.4' Auch Herr Trietsch hat sich so unsterblich gemacht. (Lebhafter Beifall und Heiterkeit.) Er hat von diesem Platze aus geschimpft und ist deshalb unsterblich geworden. (Lebhafter Beifall.) Vizepräs. Dr. Bodenheimer: Ich konstatiere, dass Herr Dr. Awinow i t z k i trotz meines Wunsches die Trietsch-Angelegenheit wieder berührt hat. Ich war leider nicht in der Lage, dies zu verhindern, bitte aber für die Folge streng darauf zu achten, dass diese Angelegenheit nicht mehr hieher gehört. Vizepräs. Dr. Nprdau: Ich habe folgende Mitteilungen zu machen: Die Delegierten von Frankreich, Italien, Bulgarien und Belgien sind eingeladen, um 4 Uhr zusammenzutreten. Die Landsmannschaften, mit Ausnahme der französischen und schweizerischen, die jetzt einberufen sind, werden gebeten, nach Schluss der jetzigen Sitzung, der um halb 8 Uhr erfolgen soll, im Saale zu bleiben. Zu diesem Zeitpunkte ist aber ihre Anwesenheit im Saale erwünscht, weil dann die Abstimmung über den allgemeinen'Bericht des A.-C. stattfinden soll. Del. Temkin (übersetzt dies ins Russische), Del. Baker (ins Englische). Del. Frl. Rabinowicz (spricht russisch). Vizepräs. Dr. Nprdau: Die Rednerin hat über einen Gegenstand gesprochen, der nicht auf der Tagesordnung steht. Ich habe aus Rücksicht auf die Dame sie nicht unterbrechen wollen. (Heiterkeit und Beifall.) Ich habe in Ihrer Galanterie angenommen, dass Sie diese Nachsicht sich nicht als Präzedenzfall nehmen werden. Del. Dr. Menczel: Geehrter Kongress!. Nach der Eröffnungsrede des Herrn Präsidenten hatten wir alle die Empfindung, dass wir nicht nur vor einem Wendepunkte der Kongresse, sondern auch vor einem Wendepunkte unserer ganzen Bewegung stehen. Ein Wendepunkt unserer Versammlungen war es, dass wir zum erstenmale ganz klar und deutlich ausgesprochen hörten, wo wir in unseren Bestrebungen um die Erlangung einer Heimstätte stehen; eine Wendung in der Geschichte unserer Bewegung war es auch, dass wir nun endlich einmal frank und frei vor der ganzen Welt erklärten, dass wir, dass unser bevollmächtigtes Organ nur dasjenige tut. was zur Erlangung der Heimstätte dient, nur dasjenige, was im Baseler Programme vorgeschrieben ist. Dass darin eine W'endung Hegt, werden Sie begreifen, wenn Sie sich die Verhandlungen der vorigen Kongresse vor Augen führen. Sie werden sich erinnern, dass wir über alles andere mehr gesprochen haben als über den Kardinalpunkt unseres Programmes, dass wir uns mit Kultur, Organisation, Agitation, mit allem Möglichen beschäftigt haben, dass wir aber "immer dem Wesen unserer Sache, wie auf ein stilles Zeichen, ausgewichen sind.